Der glückliche Kunsträuber

Das Leben des Vivant Denon

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Politik und Kunstraub: Das Leben des Vivant Denon (1747-1825) in einer neuen Biografie.
Dominique Vivant Denon zählt zu jenen nicht sehr zahlreichen bedeutenden Franzosen, die während des Absolutismus ebenso unbehelligt ihren Geschäften nachgingen wie in der Revolutionszeit, während der terreur-Epoche und zuletzt unter Napoleon. Erst nach dessen schmachvollem Ende war auch Denons Zeit mehr oder weniger abgelaufen und er trat als Direktor des Museums für Kunst (heute auch als Louvre bekannt) zurück. Dass er ausgerechnet gegen die Beschlagnahmung zahlreicher Kunstwerke durch die britischen Sieger mit seinem Rücktritt seinen Protest auszudrücken versuchte, mag etwas irritieren: War es doch Denon selbst gewesen, der unter dem siegreichen Napoleon, aber immer im Interesse Frankreichs und seiner Liebe zur Kunst, Werk für Werk aus dem europäischen Ausland nach Paris geschafft hatte, darunter übrigens auch die Quadriga des Brandenburger Tores. Daher auch der Titel dieses Buches, "Der glückliche Kunsträuber", in welchem Reinhard Kaiser in lebendigem Stil aus dem Leben des Mannes erzählt, der u.a. auch als Diplomat, Maler und Schriftsteller in Erscheinung getreten war. Der Leser taucht somit gut in die wechselhafte Welt Frankreichs zwischen dem 18. und 19. Jh. ein - also genau in jene Zeit, die nicht nur blutige Umbrüche, sondern auch die aufkeimende Begeisterung für Kunst und Museen in sich trug. Mehr als "nur" eine Biografie also.

Vivant Denon, Direktor des Louvre in seiner allerersten Glanzzeit, war eine der schillerndsten Figuren Europas im Zeitalter der Französischen Revolution. Für seine große Liebe, die Kunst, tat er alles und war sich für nichts zu schade. Der Schriftsteller und Übersetzer Reinhard Kaiser erzählt hier zum ersten Mal Denons staunenswerte Lebensgeschichte - so lebendig und glänzend geschrieben, dass die Lektüre zu einer großen Verführung wird.

"Ich bin in alledem nur der Mann, der zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort war", hat Denon bescheiden von sich gesagt und damit sein größtes Talent benannt, die Gunst der Stunde zu erkennen und Gelegenheiten, die sich ihm boten, nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Denon verehrte die Kunst auf vielerlei Weise - aber nicht wie etwas Göttliches, etwas prinzipiell Unerreichbares, sondern so wie ein Mann eine Frau verehrt, die er zu besitzen begehrt. Seine Lebensgeschichte ist eine Geschichte der Kunst und der Epoche, in der er lebte, sie führ
t durch halb Europa und nach Ägypten, auf die Schlachtfelder der Napoleonischen Kriege und in die großen Kunstsammlungen der Zeit, nach Berlin, Kassel, Braunschweig, München, Wien und Schwerin, sowie immer wieder nach Venedig und Paris. Sie ist auch die Geschichte einer großen, in wundervollen Briefen dokumentierten Liebe, die die Wirren der Revolutionsepoche überdauerte. "Ich habe nicht studiert. Ich habe viel gesehen", meinte Denon. Reinhard Kaisers Buch ist eine Einladung, die Welt und das Leben mit den Augen dieses glücklichen Kunsträubers zu betrachten.


Reinhard Kaiser ist Schriftsteller und Übersetzer. Er ist ein Meister darin, recherchierte Lebensgeschichten mit literarischen Mitteln zu erzählen. Für seine Bücher erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter zweimal den Deutschen Jugendliteraturpreis, den Geschwister-Scholl-Preis sowie den Niederrheinischen Literaturpreis. Reinhard Kaiser lebt in Frankfurt am Main.

"Ein Genuss und absolut empfehlenswert"
Kunstbulletin, September 2016

"Wer sich in dieses Buch versenkt, wird, zumindest für die Dauer der Lektüre, gleichfalls glücklich sein"
Tilman Krause, Literarische Welt, 25. Juni 2016
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