Korbinian Aigner

Ein bayerischer Pfarrer zwischen Kirche, Obstgarten und Konzentrationslager

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Ein Priesterleben zwischen Seelsorge, Konzentrationslager und Obstbaumpflege.
Herausgeber dieser reich illustrierten Monographie über Korbinian Aigner ist die Technische Universität München. Sie ist Erbin der fast 1000 Apfel- und Birnenbilder, die Aigner im Lauf seines Lebens gemalt hatte. Der Verfasser, Archivar der Technischen Universität, hat aus den reichlich vorhandenen Unterlagen eine ausgewogene und sachlich zuverlässige Biographie geschrieben. Er hat deutlich herausgearbeitet, dass Korbinian Aigner bei aller Liebe zur Obstbaumkunde vor allem ein Seelsorger war, der sich von Anfang an von der NS-Ideologie distanzierte und kompromisslos seine Meinung vertrat. Seine unbeugsame Haltung brachte ihm Gefängnis und jahrelange KZ-Haft ein. Nachdem ihm in den letzten Kriegstagen 1945 auf einem Todesmarsch die Flucht gelungen war, übernahm er bis zu seinem Lebensende für zwanzig Jahre wieder seine Pfarrei Hohenbercha bei Freising. Der Autor erklärt eingehend die Rolle des sogenannten Kräutergartens der SS beim KZ Dachau, wo Aigner mit vielen anderen Geistlichen harte Zwangsarbeit leisten musste und wo ihm die Zucht des später so benannten und inzwischen allgemein bekannten Korbiniansapfels glückte. Der Autor thematisiert auch den Einsatz Aigners in der Verbandsarbeit der Nachkriegszeit. Aigners Obstbilder sind inzwischen berühmt. Der Band enthält zahlreiche Beispiele. Dieses Buch über einen vorbildlichen bayerischen Landpfarrer ist wirklich lesenswert und verdient weite Verbreitung.

Korbinian Aigner (1885-1966) war ein oberbayerischer Landpfarrer, ein herausragender Obstkundler und ein aufmerksamer Zeitgenosse, der seine regimekritischen Äußerungen mit Gefängnis- und KZ-Haft bezahlte.

Berühmt wurde er nach seinem Tod durch seine Obstbildersammlung: fast 900 postkartengroße Aquarelle mit Apfel- und Birnenbildern. Seit ihrer Ausstellung bei der dOCUMENTA(13) ist diese Sammlung weit über pomologische Fachkreise hinaus bekannt geworden. Er vermachte die Bilder der Technischen Universität München; heute gehören sie zu den wertvollsten Beständen des TUM.Archivs.

Peter J. Brenner, Direktor des TUM.Archivs, gibt hier erstmals eine zusammenfassende Würdigung von Leben, Werk und Wirkungsgeschichte Korbinian Aigners in den zeitgeschichtlichen Zusammenhängen.
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