Langeweile aushalten

Kontingenzerfahrung in der Gegenwartskunst

  • Noch nicht erschienen. Erscheint laut Verlag am 29.04.2024.
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Spricht man über das Verhältnis von Publikumserwartung und Kunstwerk, zumal vor der Folie eines Wandels in der Zeit, berührt man immer wieder auch die Frage nach dem gesellschaftlichen Stand der Kunst. Mit welchen Erwartungen ist die Kunst seitens der Ausstellenden, der Betrachtenden, der Schaffenden selbst und der Gesellschaft im Ganzen konfrontiert? Soll Kunst unterhalten, kritisieren, die Welt erklären, das Subjekt sich selbst verstehen lassen? Wird Kunst als kollektives, kommunikatives und identitätsstiftendes Moment verstanden? Oder ist Kunst gar nur eine abgehobene Spielwiese und Distinktionsmerkmal der Reichen? Nicht zuletzt mit Theodor W. Adorno stellt die Kunst eine »gesellschaftliche Antithesis zur Gesellschaft« dar: Und das bedeutet, dass sich die Kunst sowohl aus der Gesellschaft zu ergeben, ihr dabei aber auch zu widersprechen habe.Die in diesem Buch besprochene, gegenwartspezifisch ästhetische Langeweile ermöglicht eine radikale Kontingenzerfahrung in der Gegenwartsk
unst. Radikal ist diese Erfahrung aufgrund des widerspenstigen, weil in sich gegenwendigen Charakters der Kunst: Hier zeigt sich, dass, wo eine andere Geschichte geschrieben, eine andere Ordnung imaginiert werden kann, auch eine andere Gegenwart und Zukunft möglich sind.

Dr. phil. Anne Gräfe ist seit 2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Medienkultur und Medienphilosophie an der Leuphana Universität in Lüneburg. Zuvor arbeitete sie an der Akademie der Bildenden Künste München an der Professur für Philosophie und Ästhetische Theorie, an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main an der Professur für Philosophie und Ästhetik sowie an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) im Projekt Pensées Françaises Contemporaines.
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