Gott belohnt, Gott straft

Religiöse Kategorien der Geschichtsdeutung im Frühen und Hohen Mittelalter

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Der feste Glaube des mittelalterlichen Menschen an die reale Anwesenheit des Göttlichen in seiner alltäglichen Lebenswelt stellt eine grundlegende soziale Tatsache dar. Aber war diese Überzeugung nur vom reinen Glauben gesteuert, oder verfolgte sie nicht vielleicht durchaus auch strategische Ziele?In der neusten Untersuchung von Gerd Althoff geht es denn auch genau um diese Frage: um den Interpretationsspielraum, den die Vorstellungswelt vom Eingreifen transzendenter Mächte den mittelalterlichen Zeitgenossen ließ. Der Überblick über einschlägige Quellen lässt kaum Zweifel daran zu, dass dieses behauptete Eingreifen vorrangig als Argument zur Rechtfertigung der Freunde und zur Diffamierung der Gegner verwendet worden ist.Gerd Althoff eröffnet, wie schon öfters, mit dieser Studie ein neues Untersuchungsfeld, und er legt auch gleich das Grundlagenwerk dazu vor: Wie immer geschliffen formuliert, getragen von stupender Quellenkenntnis und unter Heranziehung vieler konkreter Beispiele.

Althoff, GerdGerd Althoff, geb. 1943, ist Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Münster. Bei der WBG erschienen von ihm zahlreiche Bücher; u.a. "Die Macht der Rituale. Symbolik und Herrschaft im Mittelalter" (2. Aufl. 2014), die Biographie "Heinrich IV." (2. Aufl. 2008) sowie "'Selig sind, die Verfolgung ausüben'. Päpste und Gewalt im Hochmittelalter" (2013).
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