Frei zu vergeben

Moraltheologische Überlegungen zu Schuld und Versöhnung

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Die Möglichkeiten, gravierende Schuld auf sich zu laden, sind mit Hilfe moderner Technik und Wissenschaft ins Unermessliche gestiegen. Und wenn solche schwere Schuld begangen wird, ist sie in einer globalen Mediengesellschaft viel schneller und deutlicher sichtbar als je zuvor. Mehr als vorangehende Epochen sucht die Moderne daher nach glaubwürdigen Personen und Instanzen, die ihr bei der Bewältigung schwerer Schuld helfen, Opfern Anerkennung und neuen Lebensmut geben, TäterInnen Schmerz über die eigenen Taten vermitteln und zwischen ihnen, den Opfern und der Gesellschaft Versöhnung stiften.
Doch im Gegensatz zur Vormoderne ist die Kirche mit ihren RepräsentantInnen nur noch selten in der Lage, jenen Dienst an der Versöhnung zu leisten, den ihr Gründer Jesus von Nazaret als Kern seines Wirkens betrachtete. Mehr als die meisten anderen Angebote der Seelsorge ist der kirchliche Versöhnungsdienst über die Jahrhunderte heruntergewirtschaftet worden. Hier neue Orientierung zu finden
ist das Anliegen des Buchs. Es analysiert die existenzielle und spirituelle Tiefendimension der Schuld und fragt, welche Anforderungen sich daraus für Prozesse der Umkehr und Vergebung ableiten lassen. So interpretiert es die zwischenmenschliche Versöhnung als privilegierten Ort, an dem der Himmel erfahrbar wird.
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