Warte nicht auf bessre Zeiten

Die Autobiographie

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medienprofile-Rezension

Autobiografie des Liedermachers Wolf Biermann.
Biermann, geboren 1936 in Hamburg, gehört zu den sperrigsten Liedermachern in Deutschland. In seiner Autobiografie lässt er nun das letzte Jahrhundert Revue passieren und schildert ausführlich, wie er es erlebt hat: als Kind die Bombennächte in Hamburg, als Künstler Verfolgung und Ausbürgerung in der DDR - und schließlich ein Leben im wiedervereinigten Deutschland. Wolf Biermann schreibt in der ihm eigenen unverblümten Art über Begegnungen, berufliche und private, und über die Höhen und Tiefen seines Lebens und seiner Karriere. Dabei lässt er keinen Zweifel daran, dass die Ermordung seines Vaters, eines überzeugten Kommunisten, durch die Nationalsozialisten ihn geprägt hat wie kaum ein anderes Ereignis. Der kleine Karl-Wolf war damals vier Jahre alt. Auch auf sein Verhältnis zu anderen Künstlern, wie Heinrich Böll oder Günther Grass, geht Biermann ein. Immer spannend, manchmal tiefsinnig und häufig unangepasst ist dieses Buch. Es zeigt, was Biermann in seinem Leben und in seiner Kunst immer war: ein Poet und Geschichtenerzähler, ein Revolutionär und Humorist. Ab mittleren Beständen sehr empfehlenswert.

Selten sind persönliches Schicksal und deutsche Geschichte so eng verwoben wie bei Wolf Biermann. Ein Leben zwischen West und Ost, ein Widerspruchsgeist zwischen allen Fronten. Mit sechzehn ging er in die DDR, die er für das bessere Deutschland hielt. Hanns Eisler ermutigte ihn, Lieder zu schreiben, bei Helene Weigel assistierte er am Berliner Ensemble. Dann fiel er in Ungnade, erhielt Auftritts- und Publikationsverbot. Die Stasi observierte ihn rund um die Uhr, während er im Westen gefeiert und geehrt wurde. Die Proteste gegen seine Ausbürgerung 1976 gelten als Anfang vom Ende der DDR.

Eindringlich erzählt Biermann vom Vater, der als Jude und Kommunist in Auschwitz ermordet wurde, von der Mutter, die ihn aus dem Hamburger Bombeninferno rettete, vom väterlichen Freund Robert Havemann, mit dem er das Los des Geächteten teilte. Er führt uns in die absurde Welt der DDR-Diktatur mit ihren Auswüchsen, aber auch ihren täglichen Dramen menschlicher Widerständigkeit. Und er erzählt von s
einen in den Westen geschmuggelten, im Osten heimlich kursierenden Liedern, deren "Verskunst, robuste Rhetorik und gewaltige Sprachkraft" Marcel Reich-Ranicki lobte. Bei aller Heftigkeit des Erlebten lesen sich Biermanns Erinnerungen wie ein Schelmenroman in bester schweijkscher Manier. Ein einzigartiges Zeitzeugnis.

Biermann, Wolf
Wolf Biermann, Dichter und Liedermacher, wurde 1936 in Hamburg geboren. Er war die Stimme des Widerstands in der DDR und wurde 1976 ausgebürgert. Seitdem gibt er Konzerte in manchen Ländern. Für seine Dichtung wurde er vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Georg-Büchner-, dem Heinrich-Heine- und dem Hölderlin-Preis. www.wolf-biermann.de

"Wolf Biermann hat sich ein lebenskluges, ein pralles Buch zum 80. Geburtstag geschrieben.", Deutschlandfunk - Andruck, Henry Bernhard, 17.10.2016
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