Hier Selbst

Ungekürzte Ausgabe

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medienprofile-Rezension

Arthur Selbst ficht einen aussichtslosen Kampf gegen seine Nachbarn aus.
Arthur Selbst lebt auf Mauern, die Grundstücke begrenzen. Er lebt von der Maut, die er von den Bewohnern der Grundstücke erhebt, wenn sie die Tore durchqueren wollen. Einst gehörte seinen Vorfahren das ganze Gelände, jetzt versucht Arthur mit Hilfe von Anwälten, den Familienbesitz wiederzuerlangen. Er ahnt nicht, dass sein Schicksal von höheren politischen Mächten bestimmt wird. Der Plot dieser Graphic Novel ist so ungewöhnlich wie großartig: eine von Mauern durchzogene Landschaft, ein junger Taugenichts, der sein Leben auf diesen Mauern verbringt, feindliche Mächte, die wie ein Hintergrund-Orchester wirken. Der Autor arbeitet in unerschöpflichen Varianten diese Schwarz-Weiß-Szenarien aus. In von Tardi gewohnter Text-Lastigkeit und Ausführlichkeit wird der Sog des Unausweichlichen ausgebreitet. Das von Mauern zersplitterte Gebiet ist ein aktuelles Motiv, das der derzeitigen gesellschaftspolitischen Realität Rechnung trägt. Aber auch der persönliche, existenzielle Konflikt zwischen dem Ich und der Welt findet hier in fulminanten Tableaus seine Ausdruckskraft.

Nachdem er in zahlreichen Prozessen seinen Familiensitz MORNEMONT an seine skrupellosen Verwandten verloren hat, bleibt ARTHUR SELBST nur noch der Besitz der Mauern und Tore zwischen den zerstückelten Besitztümern. Über diese Mauern läuft er tagein, tagaus und öffnet gegen Bezahlung den Bewohnern die Tore. Mit dem Geld finanziert er habgierige Anwälte, die den Prozess neu aufrollen sollen. Eines Tages strandet ein mysteriöses U-Boot mit einem Gesandten des französischen Präsidenten am Schiffsteg von MORNEMONT. Kann er ARTHUR SELBST helfen, seinen früheren Besitz wieder zu erlangen?

Jacques Tardi, geboren 1946, ist einer der bekanntesten Comiczeichner Frankreichs. Er veröffentlichte nach seinem Kunststudium ab 1970 erste Kurzgeschichten. 2006 erhielt Jacques Tardi den "Max und Moritz-Preis" als Sonderpreis für sein herausragendes Lebenswerk.

Heribert Becker, geboren 1942, arbeitete nach seinem Studium in Köln, Nancy und Paris (Germanistik, Romanistik) 30 Jahre lang als freier Autor für den Hörfunk. Ab Mitte der 70er Jahre spezialisierte er sich publizistisch mehr und mehr auf den Surrealismus. Als Autor, Ausstellungsmacher, Herausgeber und Übersetzer hat er bis heute über 80 Bücher publiziert, davon gut die Hälfte surrealistischen Inhalts: Anthologien sowie vor allem Übersetzungen von Autoren wie André Breton, Benjamin Péret, Leonora Carrington, Jacques Prévert u.a.
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