Der erste Horizont meines Lebens

Roman

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medienprofile-Rezension

Die 12-jährige Cristina kümmert sich in Moldawien um ihre kleinen Brüder, während die Eltern im Ausland arbeiten.
Cristina ist erst zwölf Jahre alt, doch ihre Kindheit hat sie längst hinter sich gelassen. Sie wohnt in einem kleinen Dorf in Moldawien und versorgt ganz allein ihre beiden drei und sechs Jahre alten Brüder, kümmert sich um die Tiere, kocht und putzt, während ihre Mutter in einem Haushalt in Italien und ihr Vater in einem Bergwerk in Russland mühsam den Lebensunterhalt verdienen. Der Alltag wird für Cristina zum Überlebenskampf. Oft tauchen schier unüberwindbar scheinende Hürden auf. Wie entfernt man eine Zecke? Wie backt man Pfannkuchen? Wie kann sie ihre Brüder beschützen? Und wie reicht das Geld, das ihr die Eltern schicken, bis zum Monatsende? Cristina muss ihre Bedürfnisse hinten anstellen. Sie hat sich in ihren Cousin Lucian verliebt, der aufs Gymnasium geht und sich gerne weltgewandt gibt, wenn er im Dorf zu Besuch ist. Cristina träumt von einem Beruf als Stewardess und mag in der Schule den Chemieunterricht. Doch sie ist viel zu erschöpft von der alltäglichen Hausarbeit und der Sorge um ihre kleinen Brüder, als dass sie an Schulaufgaben denken kann. Sie befindet sich in einem dauerhaften Schwebezustand des Hoffens und Bangens und tröstet sich, in dem sie sich für eine Zwölfjährige schon fast altklug mit Philosophieren die Zeit vertreibt. Cristina wartet voller Sehnsucht auf die Rückkehr ihrer Eltern. - Die Autorin thematisiert mit diesem Buch die schockierenden Zustände ihres Heimatlandes Moldawien, in dem ganze Dörfer nur von Kindern und alten Menschen bewohnt werden, während die jungen Erwachsenen im Ausland den Lebensunterhalt verdienen müssen. Eine anrührende und beeindruckende Geschichte über ein mutiges Mädchen, das Zuversicht ausstrahlen muss und die Hoffnung nie aufgeben darf. Sehr empfehlenswert. (Übers.: Ernest Wichner)

Die zwölfjährige Cristina kümmert sich um alles: Sie kocht, putzt, füttert die Hühner und Schweine und ist Elternersatz für ihre jüngeren Brüder. Die Geschwister leben in einem Dorf in Moldawien, während die Mutter in Italien fremde Kinder hüten muss und der Vater in Sibirien arbeitet. Dabei ist Cristina eigentlich in Cousin Lucian verliebt, träumt vom ersten Kuss und einer besseren Zukunft. "Das Warten ist wie ein kleines Tier, weder ein Haustier noch ein wildes Tier, mal brav und schläfrig, mal böse und entfesselt." Eine einprägsame Geschichte in starken Bildern, geschildert aus der Sicht von Kindern, die am Rande von Mitteleuropa alleine zurückbleiben.

Corobca, Liliana
Liliana Corobca, geboren 1975 in Saseni-Calarasi / Moldawien, ist Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin und lebt in Bukarest. Sie hat mehrere Bücher über die Zensur der Literatur im kommunistischen Rumänien veröffentlicht. 2010 erschien ihr Roman Ein Jahr im Paradies (Edition Merz / Solitude) auf Deutsch, im Herbst 2015 ist bei Zsolnay der Roman Der erste Horizont meines Lebens erschienen.

"Erschütternd schön. Es ist ein berührendes Zeugnis der Selbstbehauptung. Cristina ist eine moldawische Pippi Langstrumpf. In ihrer Welt allerdings macht das Alleinsein keinen Spaß." Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur, 14.11.15

"Corobcas Roman berichtet nicht nur mit Zärtlichkeit und Witz vom Schmerz und von der Geduld verlassener Kinder, er zeichnet mit hellwachem Realismus auch den wirtschaftlichen, sozialen und moralischen Zerfall des bäuerlichen Milieus nach." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 29.09.15

"Liliana Corobca hat nicht nur eine beeindruckende Heldin erschaffen, sondern auch ein ebenso bewegendes wie anrührendes Zeitdokument. Ein Zeitdokument über das Leben von Kindern im heutigen Europa, das im Herzen des Lesers Unruhe stiftet und viele Fragen aufwirft." Mirko Schwanitz, Kulturradio RBB, 23.08.15

"Liliana Corobca gelingt es mit ihrem beharrlichen Blick aufs Detail, der fast schon an die emotionale Schmerzgrenze reicht, die kosmische
Einsamkeit dieser Kinder in Worte zu fassen." Dirk Schümer, Die Welt, 22.08.15

"Der Ton der Erzählerin, halb naiv und halb altklug, halb erschüttert und halb ungerührt hart, ist genau der, den man einer zu früh reifen Zwölfjährigen zutraut. ... Dazu passt der alltäglich-trockene Realismus Corobcas, dessen Höhepunkt die anschaulichen Bilder sind." Hans-Peter Kunisch, Zeit Online, 30.09.15

"In emotionaler und kunstvoller Sprache erzählt Corobca ergreifend vom Kinderalltag in einer kaputten Erwachsenenwelt, von Empörung, Sehnsucht, Zärtlichkeit und Wut." Carsten Hueck, WDR5, 24.10.15

"Ein unsentimentales, aber zärtliches, wunderbares Buch aus unserer europäischen Nachbarschaft."
Cornelia Zetzsche, BR Diwan, 09.01.16
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