Die Lukasbrüder

Die Nazarener und die Kunst ihrer Freundschaft. Künstlerroman

  • Sofort lieferbar
21,90 €
inkl. MwSt.
medienprofile-Rezension

Unterhaltsamer Einblick in die Kunstgeschichte des 19. Jh.
Ergriffen von der Botschaft des Evangeliums und leidenschaftlich entbrannt, ausschließlich diesem künstlerisch zu dienen, machen sich vier Wiener Kunststudenten, denen die neue Ära des Kunstschaffens an den Akademien zuwider ist, auf den Weg nach Rom und gründen in Anlehnung an den Evangelisten die Lukasbrüderschaft. Ihr Schaffen ist der Ehre Gottes gewidmet und so wird ihr Werk in der Kunstgeschichte unter dem Namen der „Nazarener“ benannt bleiben. Overbeck, Hottinger, Pforr und Vogel versprechen sich ewige Freundschaft und leben in der Stadt ihres ernannten Meisters, Raffael Santi, klostergleich zusammen. Während Overbeck sich immer dogmatischer der Transzendenz verschreibt, lernt Hottinger die Reize der Frauen und das Leben im Hier und Jetzt kennen und erliegt so mancher Versuchung, was zu erbitterten Auseinandersetzungen führt. Der Plan, ein Gemälde als Allegorie der Freundschaft zu malen zeigt auf künstlerischer Ebene die unterschiedlichen Haltungen, und erst als Pforr vom Tod gezeichnet darniederliegt, eröffnet sich in dieser Ausnahmesituation das Geheimnis des Seins und sowohl künstlerisch wie auch biographisch erahnen die Kunststudenten, was „Vollendung“ bedeutet. – Leicht lesbar, kunstgeschichtlich recherchiert und mit spürbarer Begeisterung für das Werk der historischen Lukasbrüder hat Alexandra Doerrier ein literarisches Vermächtnis dieser epochenbildenden Kunstrichtung geschaffen, das sich teilweise recht trivial liest, aber Information und gute Unterhaltung bietet.

Im Jahr 1810 gründen die Wiener Kunststudenten Friedrich Overbeck aus Lübeck und Konrad Hottinger aus Wien mit Franz Pforr und Ludwig Vogel die Lukasbruderschaft. Sie weihen ihr Leben der Malerei und wollen wie Mönche leben, um eine christliche Kunst zu schaffen, wie es sie seit Raffael Santi nicht mehr gegeben hat. Auf der Suche nach der Schönheit der Renaissance begeben sich die Lukasbrüder nach Rom. Doch haben sie nicht alle die gleichen Vorstellungen von klösterlichem Leben. Overbeck wird immer fanatischer und malt ohne Unterlass, damit der Müßiggang kein Loch in seine Seele reißt, durch das der Teufel schlüpfen könnte. Hottinger dagegen erliegt den Verlockungen des Lebens. Er tanzt in antiken Tempeln, badet nachts in Brunnen, versumpft in Tavernen und verliert sich in den Dekolletés der Dirnen. Ihr gemeinsames Vorhaben droht zu scheitern.

Briefe und Tagebücher dienten der Autorin als Quelle für diesen authentischen Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht und Einblicke in
das Kunststudium des 19. Jahrhunderts bietet.

Eine ausgeglichene Mischung aus Historie und Unterhaltung - nicht nur für Kunstliebhaber des 19. Jahrhunderts.

Alexandra Doerrier ist 1973 geboren und in Einbeck aufgewachsen. Nach ihrem Sportmanagement- Studium in Bayreuth, Montpellier und Straßburg ging sie nach Brüssel. Dort arbeitete sie im EU-Büro des Deutschen Sports und in der Generaldirektion Bildung und Kultur der EU-Kommission. Es folgten die Stationen Köln, Granada und Sylt, wo sie hauptsächlich im Golfsport tätig war. Von 2006 bis 2008 besuchte sie nebenberuflich die Freie Kunstschule Köln, um Malerei zu studieren. Dort kam sie mit den Bildern der Nazarener in Berührung, die sie seitdem nicht mehr losließen. 2013 ging sie den Jakobsweg nach Santiago de Compostela und zog sich danach für 16 Monate in ein Kloster zurück, um die Geschichte der Malermönche aufzuschreiben. Heute lebt sie wieder in Einbeck.
  • Das könnte Sie auch interessieren
C:\Internet\bonifatius\web\www_media\