Der Weg der Wünsche

Roman. Nominiert für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2016. Originalausgabe

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medienprofile-Rezension

Eine Familie flieht Ende der sechziger Jahre aus Ungarn in den Westen.
Unhaltbare Zustände in einer Ein-Zimmer-Wohnung in einer Villa, die sie sich mit anderen Mietparteien teilen müssen, und berufliche Schikanen treiben Teréz und Károly Ende der sechziger Jahre dazu, aus Ungarn in den Westen zu fliehen. Weil sie nicht bereit sind, in die Partei einzutreten, bleiben ihnen eine bessere Wohnung und der berufliche Aufstieg verwehrt. Die Flucht beginnen sie als Urlaubsreise an den Plattensee. So erklären sie es auch ihren Kindern Borbála und Misi, um zu verhindern, dass Spitzel von ihren Fluchtplänen erfahren. Statt an den Plattensee reisen sie zunächst ins sozialistische Bruderland Jugoslawien, wo sie ein paar Tage an der Adria verbringen, bevor sie den Grenzübertritt wagen. Auf italienischer Seite landen sie zunächst in einem Auffanglager in Triest, von wo aus sie in ein weiteres Lager in Süditalien verteilt werden. Die Wohnsituation und die hygienischen Zustände dort spotten jeder Beschreibung, das eintönige Leben im Lager macht sie antriebslos; mehr als einmal zweifelt Teréz, ob es richtig war zu fliehen. Verzweifelt setzt sie ihre Ehe und ihre Selbstachtung aufs Spiel, um ihre Situation zu ändern. Unterdessen entzieht sich die 15-jährige Bori mehr und mehr ihren Eltern und lässt sich mit dem geheimnisvollen Attila ein. Das führt beinahe zu einer Katastrophe. - Akos Doma schil-dert vor dem Hintergrund der eigenen Biografie eine europäische Fluchtgeschichte und schildert eindringlich die Nöte von Flüchtlingen in Lagern, das sehnsüchtig-hilflose Warten auf Behördenent-scheide und Papiere. Mit psychologischem Feingefühl und wohldosierter Spannung erzählt er chronologisch und in Rückblenden, die seinen Figuren Tiefe geben. Eine sehr lesenswerte Familiengeschichte aus den sechziger Jahren, die zugleich eine Geschichte für die Gegenwart ist. (Deutscher Buchpreis, Longlist).

Es beginnt mit einem Kindergeburtstag im Kreis der Familie, doch nicht nur die Kirschbäume werfen ihren Schatten: Für die Eltern Teréz und Károly ist das Leben im sozialistischen Ungarn unerträglich geworden. Niemand darf von ihren Fluchtplänen erfahren - schon gar nicht die Kinder Misi und Borbála, die einem Urlaub am Plattensee entgegenfiebern und sich bald wundern müssen, als der geliebte See am Fenster vorbeifliegt. Mit viel Wagemut schaffen es die vier über die Grenze nach Italien - dort stellt sie der sich endlos dehnende Sommer im desolaten Auffanglager auf eine Probe, die keinen von ihnen unberührt lässt: Károly und Teréz werden sich fremd; der achtjährige Misi erfährt die volle Härte der Erwachsenenwelt; Borbála verliebt sich zum ersten Mal. Auch längst Vergangenes bricht auf: Teréz musste als junges Mädchen vor der heranrückenden Ostfront fliehen, Károly wurde mit seiner Mutter zwangsausgesiedelt. Die Familie droht zu zerbrechen, noch bevor sie ihr Ziel - Deutschland - e
rreicht ...
Akos Doma, der selbst als Jugendlicher mit seiner Familie Ungarn verließ, erzählt die Geschichte einer dramatischen Flucht. Hellsichtig und mit großer sprachlicher Kraft zeigt sein Roman, was Heimatlosigkeit und Ungewissheit im Menschen anrichten können - und wie sie ihn verändern.

Doma, Akos
Akos Doma, geboren 1963 in Budapest, ist Autor und Übersetzer. Er hat unter anderem Werke von Sándor Márai, László F. Földényi und Péter Nádas ins Deutsche übertragen. 2001 erschien sein Debütroman «Der Müßiggänger», 2011 «Die allgemeine Tauglichkeit». Doma erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt etwa das Grenzgängerstipendium der Robert Bosch Stiftung, den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2012 und das Prager Literaturstipendium 2014. Akos Doma lebt mit seiner Familie in Eichstätt.

Ein geradlinig erzählter, ungemein spannender und äußerst erhellender Roman. Der Tagesspiegel
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