Ein letzter Gruß

Neue Formen der Bestattungs- und Trauerkultur

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medienprofile-Rezension

Ein einfühlsames Buch voller Einsichten zur veränderten Friedhofs- und Trauerkultur.
Das Trauern und Abschiednehmen von Verstorbenen hat sich enorm verändert. Auf 200 Seiten begibt sich der Erlanger Theologe und Archäologieprofessor, bis 2015 auch Direktor eines Museums für Bestattungskultur, auf Spurensuche nach zeitgenössischen Ausdrucksformen und Vorstellungen. Er ist überzeugt, dass nicht jeder anders, sondern verschieden trauere und der Schwerpunkt auf die Vielfalt zu legen sei. Auch wenn manche Ausführungen zu Gender und Geschlechtersensibilität gewöhnungsbedürftig sind und manche Passagen sehr danach klingen, man müsse mit dem Zeitgeist gehen, enthält das Buch eine Vielzahl an hilfreichen Einsichten und sensiblen Wahrnehmungen. Der "Status quo" der Trauerkultur wird ausgesprochen lesefreundlich vor Augen geführt. Das Buch wird bereichert durch etliche schwarz-weiß abgedruckte Fotografien. Der Autor orientiert sich stark an den Gegebenheiten und bleibt leider vorsichtig mit Nachfragen und Infragestellungen. Hier hätte ich mir ein stärkeres theologisches Profil gewünscht, das auch Grenzen zieht und sich nicht ausschließlich an Wünschen und Kommerz ausrichtet. Ungelöst bleibt die Frage, wie man damit umgehen soll, wenn Angehörige unterschiedliche Vorstellungen vom Umgang mit Verstorbenen und von deren Bestattung haben. Ein lesenswertes Buch mit Stoff für Diskussionen! Ab mittleren Beständen empfohlen.

Die Bestattungskultur in Deutschland hat sich in den letzten zwanzig Jahren radikal verändert. Neben der traditionellen Beisetzung auf dem Friedhof haben sich See- und Luftbestattungen weiter etabliert ebenso wie Friedwälder und Kolumbarien. Und der Trend zum kreativen Umgang mit Trauer, Sterben und Tod hält an. Immer mehr Menschen suchen entsprechend persönlicher Merkmale wie z.B. Alter, Geschlecht, Rasse, Herkunft, Religion, Weltanschauung und sexueller Orientierung neue Möglichkeiten, ihren "letzten Weg" aktiv mitzugestalten. Reiner Sörries zeigt, welches Potenzial eine plurale Gesellschaft auch in Hinblick auf den "letzten Weg" entfalten kann und dass ein Comeback der traditionellen kirchlichen Bestattung durchaus möglich ist.

Reiner Sörries ist Direktor des Museums für Sepulkralkultur in Kassel und apl. Professor für Christliche Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Erlangen.
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