Zeit der liebenden Aufmerksamkeit

Ein Begleiter für die Fasten- und Osterzeit

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 Borromäusverein e.V.

Ein Begleiter für die Fasten- und Osterzeit

Die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern hat in den letzten Jahren wieder ein positiveres Image gewonnen. Dass ein gewisser Verzicht nicht nur der Gesundheit und der Selbstdisziplinierung förderlich ist, sondern obendrein auch der Umwelt guttut, leuchtet eigentlich jedem ein. Auch ohne religiöse Motivation unterziehen sich darum viele im Frühjahr einer Fastenkur. Allerdings geht es bei der Fastenzeit, die von der Kirche "österliche Bußzeit" genannt wird, eigentlich um viel mehr als bloß um einen – wie auch immer motivierten – zeitweisen Verzicht auf bestimmte Genüsse. Der Titel, den der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, seinem neuen "Begleiter für die Fasten- und Osterzeit" gegeben hat, bringt das in einer sehr schönen Formulierung zum Ausdruck: Die Fastenzeit soll vor allem zu einer "Zeit der liebenden Aufmerksamkeit" werden.
Schönborn vergleicht die Zeit vor Ostern mit dem Emmausweg der beiden Jünger im Lukasevangelium: Jedes Jahr wieder dürfen auch wir mit dem Herrn auf dem Weg sein und uns von ihm erklären lassen, warum der Messias leiden musste, um in seine Herrlichkeit zu gelangen. Die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift ist deshalb ein wesentliches Merkmal der Fasten- und Osterzeit, und auch wenn wir die Texte schon oft gehört haben, dürfen wir jedes Jahr wieder neu Kraft und Einsicht daraus schöpfen: Das Evangelium ist wie eine Quelle frischen Wassers, die nie ausgeschöpft wird und zu der man immer wieder zurückkehren muss.
Und tatsächlich werden selbst mit der Bibellektüre vertraute Leser/innen in diesem Buch sicherlich auch neue Sichtweisen auf die bekannten Texte entdecken. Zum Beispiel, wenn Kardinal Schönborn im Blick auf die Versuchungen Jesu durch den Teufel in der Wüste feststellt, dass die größte Versuchung für uns selbst im Grunde darin besteht, "zu glauben, dass Gott uns fallen lässt, wenn wir gefallen sind". Sehr nachdenklich machen kann auch der Hinweis, dass Jesus bei seiner Verklärung auf dem hohen Berg genau die drei Jünger mit sich nimmt, die er später am Ölberg in seiner bittersten Stunde im Garten von Gethsemane um sich haben will, als er in seiner Todesangst gewissermaßen ganz tief unten angekommen ist. Ganz wichtig ist auch die Klarstellung, dass das Kreuz ein Symbol ist, das gerade niemanden ausgrenzen will, im Gegenteil: "Für mich ist das Kreuz das große Zeichen, dass Jesus keinen Menschen ausschließt, dass er für alle offene Arme hat." So sagt es Jesus ja auch in seiner Abschiedsrede: "Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich ALLE an mich ziehen". Und im Blick auf Ostern fragt Kardinal Schönborn mit Recht, ob nicht heute bei vielen Katholiken eine ähnliche Stimmung herrscht wie bei den Jüngern nach Jesu Tod: Die Kirche scheint vielen gescheitert zu sein, am Ende. Glauben wir an Ostern, dass Jesus wirklich lebt? Dass er auch in seiner Kirche lebt und diese deshalb neu auferstehen kann?
Das Buch bietet Betrachtungen zu den Sonntags-Evangelien des österlichen Weges, von der Fastenzeit bis Pfingsten – und zwar für alle drei Lesejahre, so dass der Fastenbegleiter zum einen jedes Jahr aktuell ist und andererseits auch eine größere Vertiefung erlaubt. Kardinal Schönborns Auslegungen des Evangeliums sind keine theologischen Reflexionen, vielmehr lebensnahe Betrachtungen. Auch sind es ursprünglich keine Predigten, sondern Beiträge für Österreichs größte Tageszeitung, sie richten sich also nicht ausschließlich an Kirchgänger/innen, sondern im Grunde an alle. Und es sollen auch nicht Unterweisungen im Glaubenswissen sein, sondern Ermutigungen, die Worte des Evangeliums persönlich zu betrachten. Wer dieser Einladung folgt, wird in jedem Fall Gewinn daraus ziehen. Thomas Steinherr

(medienprofile-Rezension; ausgezeichnet vom Borromäusverein e.V. und dem Sankt Michaelsbund Diözesanverband München und Freising e.V. als Religiöses Buch des Monats März 2019)

 

Kardinal Schönborn ist ein weltweit anerkannter Theologe, und als Erzbischof ist er immer Seelsorger geblieben. Seit vielen Jahren schreibt er jede Woche einen meditativen Impuls zum Evangelium des Sonntags, der die Botschaft Jesu in den Alltag übersetzt. In diesem Buch sind Erschließungen der Evangelientexte aus allen drei Lesejahren vom Ersten Fastensonntag bis Pfingsten zusammengestellt - ein ansprechender Begleiter zur spirituellen Vorbereitung und zum bewussten Mitfeiern der österlichen Zeit von Aschermittwoch bis Pfingsten.

Christoph Kardinal Schönborn,
Christoph Kardinal Schönborn ist Erzbischof von Wien und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz. Seit 1963 im Dominikanerorden, studierte er Philosophie, Theologie, Psychologie und Byzantinisches Christentum. 1974 Promotion zum Dr. theol. in Paris. Nach einer Tätigkeit als Studentenseelsorger Professor für Dogmatik in Fribourg. 1987-1992 leitende Mitarbeit am Katechismus der Katholischen Kirche; Autor zahlreicher theologischer, spiritueller und kunstgeschichtlicher Werke.
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