Valdivia

Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition

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medienprofile-Rezension

Erzählerische Darstellung der ersten deutschen Tiefsee-Expedition aus dem Jahr 1898.
Mit der ersten deutschen Tiefsee-Expedition 1898 wurde die Tür für die systematische Erforschung der Ozeane weit geöffnet. Unter Leitung des Zoologen Carl Chun stach die "Valdivia" in See. Rund um Afrika und bis ins südliche Eismeer führte die Reise. Dabei wurden Meerestiefen gemessen, Tiere entdeckt und kategorisiert und auch der historische Hintergrund kommt nicht zu kurz (u.a. das Faible Kaiser Wilhelms für die Marine). In lebendiger und anschaulicher Art und Weise erzählt der Autor (s.a. "Verschwundene Arbeit", in BP nicht bespr.) von den Entdeckungen (Zeichnungen und Fotos sind beigefügt) und dem nicht zuletzt durch den starken Willen des Expeditionsleiters angestoßenen Forschungen. - Ein gut lesbares sorgfältig editiertes und anschauliches Sachbuch zu einem wenig bekannten Thema, das in größeren Büchereien gut einsetzbar ist.

Der deutsche Griff nach dem Meer und die Eroberung der Tiefsee.
"Das Meer ist alles!" Kapitän Nemo
Die Tiefsee - eine lichtlose, kalte und lebensfeindliche Welt oder Ursprung allen Lebens? Auch wenn man Mitte des 19. Jahrhunderts noch wenig über sie wusste - der menschlichen Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Kaiser Wilhelm II. z. B. war sich sicher, dass die Zukunft des Deutschen Reiches auf dem Wasser liege. Im Wettkampf mit Großbritannien um die Weltmachtstellung war nicht nur der Ausbau der Kriegsf lotte, sondern auch die wissenschaftliche Eroberung der Tiefsee ein wichtiges politisches Instrument. Leicht war er deshalb von der geplanten Expedition des Leipziger Zoologen Carl Chun zu begeistern. Auch der Deutsche Reichstag ließ sich überzeugen und gab für die erste deutsche Tiefsee-Expedition eine ungewöhnlich hohe Summe frei.
1898 konnte der Schraubendampfer Valdivia mit modernster wissenschaftlicher Ausrüstung in See stechen. Unter der Leitung Carl Chuns durchkämmte die V
aldivia den Nord- und Südatlantik, die antarktischen Gewässer und den Indischen Ozean, führte umfangreiche Messungen zur Meerestiefe und -temperatur durch, erforschte die Beschaffenheit des Meeresbodens und entdeckte zahlreiche neue Tierarten - die wissenschaftliche Ausbeute war grandios.
Rudi Palla hebt nun einen jahrzehntelang in Archiven verstaubten Schatz: Mit "Valdivia. Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition" erscheint erstmals eine umfassende Darstellung der Forschungsreise, die den Fokus nicht allein auf die wissenschaftlichen Ergebnisse richtet, sondern auch bisher nicht ausgewertete Materialien wie Notiz-, Tage- und Fangbücher einbezieht. Mit erzählerischer Verve vermittelt Palla einen lebendigen Eindruck vom Alltag an Bord. Zahlreiche Originalabbildungen zeigen, welch ungeahnte Pracht und welchen Reichtum die Tiefsee in sich birgt.

Rudi Palla, 1941 in Wien geboren, arbeitet als freier Schriftsteller. Zu seinen Publikationen zählen u.a. »Verschwundene Arbeit« (1994, Neuausgabe 2014), »Unter Bäumen. Reisen zu den größten Lebewesen« (2006), »Kurze Lebensläufe der Narren« (2008) und »Der Kapitän & der Künstler. Die Erforschung der Terra Australis« (2013). Bei Galiani Berlin erschien zuletzt »Valdivia« (2016), in der er die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition und ihrer Folgen »spannend wie ein Krimi erzählt«, wie Frank Schätzing lobte. Rudi Palla war selbst Bergsteiger und kennt sich mit dem Metier aus.

Das Buch zeigt auf, was der Mensch in den vergangenen 100 Jahren zerstört hat, und bietet genügend Anknüpfungspunkte, um im Kopf zu verreisen. Rheinische Post
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