Stadt der Verlorenen

Leben im größten Flüchtlingslager der Welt

  • Sofort lieferbar
24,90 €
inkl. MwSt.
medienprofile-Rezension

Authentisches Zeugnis menschlicher Tragödien im Mega-Flüchtlingslager Dadaab.
Anlässlich von Terroranschlägen afrikanischer Extremisten in Kenia wurde Ben Rawlence, Journalist und ehemaliger Forscher für Human Rights Watch, vom Nationalen Sicherheitsrat (NSC) der USA befragt, ob das Flüchtlingslager Dadaab Terrorismus erzeuge. Die Antwort findet man in diesem bemerkenswerten Buch. 1992 wurden Lager um die Stadt errichtet, um nun seit fast 25 Jahren immer neue Flüchtlingsströme aus dem somalischen Bürgerkrieg aufzunehmen und zu integrieren. Spannend beschreibt Rawlence den täglichen Überlebenskampf der fast 500.000 Seelen in der Wüste im Osten Kenias am Beispiel der Biografien von neun Personen. Darunter Guled, ein ehemaliger Kindersoldat und begeisterter Fußballer. Nisho, deren Existenz auf einer Schubkarre beruht, Tawane, der unbeugsame Jugendleiter, die Schülerin Kheyro, die sich von einer guten Ausbildung eine bessere Zukunft erhofft. - Rawlence malt ein faszinierendes, sowohl abstoßendes als auch anrührendes Porträt einer Großstadt im Chaos, deren Menschen Arbeitslosigkeit, Lebensmittelknappheit, Hoffnungslosigkeit und Kriminalität mit unbeugsamem Überlebenswillen die Stirn bieten. Die Realität übertrifft jegliche Vorstellung im Sinne von Science Fiction. Diese erzählerisch glanzvolle Reportage macht eine Menschenrechtskatastrophe fühlbar und begreifbar. Selbst für kleine Bestände empfohlen.

Mitten in Afrika zwischen Kenia und Somalia befindet sich das größte Flüchtlingslager der Welt - seit Jahrzehnten. Dadaab ist eine Großstadt. Viele der Bewohner sind hier geboren. Sie dürfen weder arbeiten noch das Lager verlassen. Insgesamt soll hier eine halbe Million Menschen leben, vor den Toren des Lagers kampieren weitere Zehntausende. Sie waren auf der Flucht vor grausamen Shabaab-Milizen, vor dem Hunger und dem Bürgerkrieg. Kenia möchte dieses Lager längst auflösen, aber wohin mit den Menschen? Ben Rawlence hat sechs von ihnen begleitet. Er erzählt von ihrer Herkunft, ihren Träumen, ihren Strategien. Eine packende Reportage und paradoxerweise ein Zeugnis von großer Lebenskraft.

Bettina Münch, Jg. 1962, lebt und arbeitet als freie Lektorin, Übersetzerin und Autorin mit Mann und Tochter in Frankfurt am Main.
Kathrin Razum übersetzte u. a. T. C. Boyle, John le Carré, Agatha Christie, Vikram Chandra, V. S. Naipaul, Edna O'Brien und Susan Sontag. Sie lebt in Heidelberg.

"Eine tiefgehende Reportage und Analyse, die nicht einfach nur laut 'Skandal' schreit." Peter Bauer u.a., ORF-Bestenliste, 22.06.16

"Ben Rawlence ist mit diesem Buch ein Geniestreich gelungen. ... Es ist also die geschickte Verbindung von Empathie plus Information, die in dieser Sachbuch-Erzählung die Fähigkeit zum größeren Durchblick ermöglicht. Und das ist nicht übertrieben - sie erzeugt so ein universales Bild von Leben und Leid der allermeisten Flüchtlinge unserer Tage: Auf der Flucht vor religösem Fanatismus und politischem Chaos, und leider nur unzureichend geschützt durch universale Gesetze wie Menschenrechte und Genfer Flüchtlingskonventionen, die inzwischen selbst des Schutzes vor einem antihumanistischen Mainstream bedürfen." Martin Zähringer, SWR2 Die Buchkritik, 15.06.16

"Rawlence schreibt in seiner Reportage von unerfüllten Träumen und albtraumartiger Realität, von Perspektivlosigkeit, Glaube, Überleben, Hoffnung. Den Gräueln der Al-Shabaab-Miliz räumt der Autor Pla
tz ein, ebenso wie der beschwerlichen Flucht, aber das mit einem Blick, der die Menschenwürde achtet, der hinter dem Status des Flüchtlings den Menschen erkennt." Geraldine Oetken, Süddeutsche Zeitung, 02.06.16

"Sehr bewegend!" Thomas Böhm, RBB Radio Eins, 01.06.16

"Wie die Realität dieses Bild langsam zerreißt, wie manche Bewohner ihren Stolz trotzdem bewahren, andere am 'buufis', einer Art depressivem Fernweh, verzweifeln, beschreibt Rawlence genauso wie die weltpolitischen Hintergründe, die Lager wie jenes von Dadaab überhaupt erst entstehen lassen. Ein außergewöhnliches Buch."
Barbara Tóth, Falter, 23.03.16

"Rawlence erzählt ganz nebenbei auch die Geschichte der Flüchtlingskrise durch die Augen der Flüchtenden. ... So erinnert 'Die Stadt der Verlorenen' an die Menschen, die hinter der abstrakten Flüchtlings-'Welle' stecken. Deren Schicksale beschreibt Rawlence lebendig, geduldig und ohne moralischen Zeigefinger. Auch deshalb ist ihm ein starkes Buch gelungen." Marc Engelhar
d, Deutschlandfunk, 21.03.16

"Ben Rawlence zeichnet packend das Porträt eines Ortes, den man nur ertragen kann, indem man sich das Leben woanders vorstellt." Annabelle, 18.05.2016

"Ohne Rührseligkeit schildert der Autor den harten Alltag der Flüchtlinge und gibt ihnen so einen Teil ihrer Würde zurück." Boris Roessler, dpa, 23.06.16
  • Das könnte Sie auch interessieren
C:\Internet\bonifatius\web\www_media\