William Shakespeare in seiner Zeit

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medienprofile-Rezension

Shakespeare wird anhand der in seinen Sonetten, Tragödien und Komödien dargestellten inneren Zerrissenheit als Seismograph seiner Zeit vorgestellt.
Hans-Dieter Gelfert, emeritierter Professor für englische Literatur und Autor kulturwissenschaftlicher Werke (zuletzt "Charles Dickens der Unnachahmliche", BP/mp 12/310), deutet in diesem Band Leben und Werk des bedeutendsten britischen Autors anhand der Umbrüche in der Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit. So wird Hamlet als Repräsentant des depressiven Melancholikers vorgestellt, der eine Reaktion war auf den Verlust einer vertrauten Ordnung im Umbruch von aristokratischer zu egalitärer Weltordnung. Die Königsdramen hätten stets einer Legitimierung des Thronanspruchs gedient, wie z.B. der Tudormythos in Richard III., der den Tudornachfolger im Vergleich zum Schurken als Lichtgestalt erscheinen ließ. In den Komödien zeige sich immer wieder die elisabethanische Vorstellung, Frauen ließen sich stärker als Männer von ihren Leidenschaften leiten. Dass zänkische Frauen nicht geduldet wurden, veranschaulicht der zeitgenössische Stich eines Tauchstuhls, mit welchem die Widerspenstigen mehrmals ins Wasser getaucht wurden. Diese aufschlussreichen Aspekte aus Kultur, Politik und Sozialgeschichte werden sehr kurzweilig auf den ersten 130 Seiten erläutert, was auch für Leser interessant ist, die sich nicht ausführlicher mit den einzelnen Dramen und Sonetten (30 davon werden im Original und in der Übersetzung des Autors abgedruckt) befassen möchten. Den Dramenteil kann man dagegen immer wieder zur Hand nehmen, um sich z. B. für einen Theaterbesuch zu informieren, denn jedes Stück wird auch kurz inhaltlich wiedergegeben. - Insgesamt ein detailreiches und sehr informatives Buch über die elisabethanische Zeit und das Werk eines Autors, dessen gesicherte Lebensdaten spärlich sind. - Ab mittleren Beständen.

In Shakespeares Dramen erscheint der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit als eine Bruchzone. Einerseits drückt sich in Shakespeares Person und in seinen Werken bereits beispielhaft das frühneuzeitliche Bewusstsein der heraufziehenden bürgerlichen Gesellschaft aus, zum andern macht es die bis heute andauernde Aktualität dieses Dichters aus, dass er in seinen Werken den modernen Menschen noch quasi in statu nascendi zeigt.
Hans-Dieter Gelfert widmet sich zunächst der Shakespearezeit mit ihren wesentlichen politischen, sozialen und kulturellen Aspekten, danach dem Leben, Denken und Fühlen des Dichters und zuletzt seinem dramatischen Werk. Er macht verständlich, worum es in Shakespeares Werken geht, welcher bewusstseins- und sozialgeschichtliche Umbruch sich darin widerspiegelt und worin Shakespeares Größe besteht. Der biographische Teil versucht, trotz der dürftigen Datenlage anhand der Sonette und sein Gesamtwerk durchziehender zentraler Motive einen Blick ins Herz des Dichters zu
werfen. Shakespeare kommt dabei ausgiebig zu Wort. Alle Texte wurden eigens neu übersetzt. Eine Fülle von Bilddokumenten und Illustrationen helfen, Leben, Werk und Zeit Shakespeares sinnfällig zu machen.

Hans-Dieter Gelfert war bis zu seiner Emeritierung Professor für englische Literatur an der Freien Universität Berlin und ist seither freier Autor und Übersetzer.
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