Mesopotamien

Roman

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medienprofile-Rezension

Mit Geschichten über neun Bewohner setzt der Autor seiner multikulturellen ostukrainischen Heimatstadt Charkiw ein liebevolles Denkmal.
Marat, Romeo und Iwan, Mario, Jura und Foma, Matwij, Bob und Luka, die Protagonisten in Zhadans Roman, leben alle in Charkiw im Osten der Ukraine, zwischen den Flüssen Dnepr im Westen und Don im Osten gelegen. Die Geschichten der neun Hauptfiguren sind geprägt von der Zeit, in der sie leben: die Sowjetunion gibt es nicht mehr, und am Horizont droht schon der Krieg im Osten der Ukraine. In jeder Erzählung schafft der Autor ein Abbild seiner Heimatstadt, jedes Mal mit einem anderen Blick auf das gleiche Geschehen. Charkiw ist ein modernes Babylon, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion leben hier noch selbstverständlich nebeneinander, für sie ist die Stadt ihre Heimat, die durch die Geschichten der Protagonisten in allen Schattierungen gezeigt wird: Alkohol- und Drogenprobleme, Prostitution, wirtschaftlicher Niedergang, Korruption und Gewalt. Mit schwarzem Humor zeichnet der Autor seine melancholischen, verrückten, liebestollen, oft kranken und erschöpften Figuren, durchweg schräge Vögel, die alle auf der Suche nach der Liebe sind. Frauen spielen eine wichtige Rolle in ihrem Leben - der lange Gedichtzyklus im zweiten Teil des Buches unterstreicht dies, er nimmt die Themen, Stoffe und Figuren des ersten Teils nochmals auf. Ein kraftvoller und poetischer Roman, der literarisch interessierte Leser in eine gar nicht so ferne Welt eintauchen lässt. (Übers.: Claudia Dathe, Juri Durkot u. Sabine Stöhr)

Das Meisterwerk von Serhij Zhadan, eine leidenschaftliche Liebeserklärung an seine multikulturelle Heimatstadt»Auf der Straße werde wieder geschossen, sagte sie noch, der Krieg gehe weiter, und niemand habe die Absicht, sich zu ergeben.« Romeo, zwanzig Jahre alt, ist zum Studium nach Charkiw gekommen. Staunend lauscht er den rhapsodischen Liebeserklärungen an die Stadt, mit denen seine Vermieterin ihn von täppischen Annäherungsversuchen abzubringen versucht. Ungläubig nimmt er ihre Sätze über den Krieg zur Kenntnis - wie auch wir, die Leser.Schon in Die Erfindung des Jazz im Donbass hatte Zhadan seine beklemmende Hellsichtigkeit unter Beweis gestellt. Wer wollte, konnte Anzeichen für einen gewaltsamen Zerfall der Region herauslesen. In Mesopotamien porträtiert er ein modernes Babylon, seine Heimatstadt Charkiw, indem er von Menschen erzählt, die im »Zweistromland« leben: zwischen dem ukrainischen Dnjepr im Westen und dem russischen Don im Osten.Rebellen der Existenz, kämpfen Zhada
ns Helden, Marat, Romeo, Sonja, Ivan, Bob und wie sie alle heißen, gegen die drohende Verfinsterung ihres Lebens. Vor dem Hintergrund des Krieges, der bereits begonnen hat, ringen sie um den Sinn ihres Lebens, um ihre Liebe, um ein mutiges, freies Verhältnis zueinander, dem auch der Tod nichts anhaben soll.

Zhadan, SerhijSerhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk/Ostukraine geboren, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört seit 1991 zu den prägenden Figuren der jungen Szene in Charkiw. Er debütierte als 17-Jähriger und publizierte zwölf Gedichtbände und sieben Prosawerke. Für Die Erfindung des Jazz im Donbass wurde er mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis und mit dem Brücke-Berlin-Preis 2014 ausgezeichnet (zusammen mit Juri Durkot und Sabine Stöhr). Die BBC kürte das Werk zum »Buch des Jahrzehnts«. Zhadan lebt in Charkiw.
Stöhr, SabineSabine Stöhr, 1968 geboren, studierte Slawistik in Mainz und Simferopol. Seit 2004 übersetzt sie aus dem Ukrainischen, v.a. die Werke von Juri Andruchowytsch und, gemeinsam mit Juri Durkot, das Romanwerk von Serhij Zhadan. 2014 wurde sie mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung ausgezeichnet. Ebenfalls 2014 erhielt sie, gemeinsam mit Juri Durkot und dem Autor, den Brückepreis Berlin für Die Erfindung des Jazz im Donbass von Serhij Zhadan. 2018 wurde Sabine Stöhr und Juri Durkot der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen für ihre Übersetzung des Romans Internat von Serhij Zhadan.

»Mit Mesopotamien hat Zhadan seinen bisher poetischsten Roman geschrieben. So poetisch, dass der Leser kaum merkt, dass der Roman im Schlussteil zum Gedicht wird - zum lyrischen Kommentar des Textes selbst. ... Ein wunderbares Lesevergnügen!«
Mirko Schwanitz, NDR Kultur 07.08.2015
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