Fußball

Ausgezeichnet mit dem Grand Prix Sport & Litteìrature 2015

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medienprofile-Rezension

Eine sehr persönliche ästhetische Auseinandersetzung mit einer Sportart, die in unserem Kulturkreis zeitweise mythische Dimensionen annimmt.
Zu Beginn eines der Kapitel schreibt Jean-Louis Toussaint, dass er den Fußball nicht von seinen Träumen und seiner Kindheit trennen könne. Diese beiden Markierungen bilden die Folie, vor deren Hintergrund sich Toussaint mit Fußball auseinandersetzt. Er schildert Erinnerungen an die Fußballspiele seiner Kindheit, als der Sport ihn verzauberte, oder an das erste Farbfernseherlebnis, als die Farben der Mannschaftstrikots aufgrund der Trägheit der Aufnahmen zu einer Farbspur wurden. Der Autor liefert keine soziologische Abhandlung, auch keine begeisterte Streitschrift. Er räumt sogar ein, dass die heutige belgische Nationalmannschaft ihm eher fremd ist. Das Buch besteht überwiegend aus Erinnerungen, aus der eigenen Biografie gegriffene Erlebnisse, die mit dem Fußball in Verbindung stehen oder mit ihm in Verbindung gebracht werden. - Ein poetisches Buch, das sich auf eine Art und Weise mit 'König Fußball' beschäftigt, wie es bisher wohl nur selten der Fall war.

Jenen Sommerabend, an dem Argentinien und die Niederlande um den Einzug ins Finale der Fußballweltmeisterschaft spielen, verbringt Jean-Philippe Toussaint in seinem Arbeitszimmer auf Korsika. Draußen tobt ein Unwetter, es ist dunkel, der Strom ist ausgefallen. Aus einem kleinen Transistorradio tönt die aufgeregte Stimme eines italienischen Kommentators, es gibt Elfmeterschießen, Maxi Rodriguez setzt zum Schuss an, die Fans jubeln ... lebensnahe, dem Autor eigentlich wesensfremde Bilder beginnen, sich mit seinen Romanwelten zu überlagern, in die poetische, zerbrechliche Allgegenwart der Literatur einzudringen und verlorengegangenen Empfindungen und vergrabene Erinnerungen wachzurufen: An grünen Rasen im Flutlicht, einen gebrochenen Arm und kindliche Tränen, Puplic Viewing in Japan - fünf Weltmeisterschaften.

Unseld, Joachim
Joachim Unseld, geboren 1953, lebt in Frankfurt am Main. Von 1983 bis 1991 war er geschäftsführender Gesellschafter der Verlage Suhrkamp und Insel. In den Jahren 1988 bis 1991 arbeitete er neben Siegfried Unseld als gleichberechtigter Verleger der Verlage Suhrkamp und Insel. Am 1. Oktober 1994 übernahm Unseld die Frankfurter Verlagsanstalt (FVA). Er übersetzte die folgenden Bücher Jean-Philippe Toussaints aus den Französischen: »Das Badezimmer« (2004), »Der Photoapparat« (2005), »Fliehen« und »Zitates Melancholie« (2007), »Die Wahrheit über Marie« (2010), »Die Dringlichkeit und die Geduld« (2012) sowie »Nackt« (2014).

"Fußball" ist eine schlaglichtartige, hochunterhaltsame und mit autobiographischen Abschweifung versehene Liebeserklärung eines Intellektuellen an eine der wenigen Leidenschaften, die neben der Literatur Bestand hat: Fußball.

"In seiner unvergleichbaren Art, ebenso sensibel wie schelmisch, erschafft Jean-Philippe Toussaint Bilder vom Fußball, die von der Begeisterung der Kindheit, seiner Beschwörungsmacht und seiner fragilen Klarheit erzählen. Bilder, die Toussaint entstehen lässt, um der Literatur ein Fest zu bereiten."
Jean Birnbaum, Le Monde
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