Der goldene Käfig

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2016, Kategorie Bilderbuch

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Genial illustriertes Märchen über eine herzlose Prinzessin, die vor nichts zurückschreckt, um ihren Willen durchzusetzen.
Als Tochter des Kaisers bekommt Valentina immer alles, was sie sich wünscht: jede Menge Schuhe, Hüte und alles, was ihr Herz begehrt. Doch ihre große Leidenschaft sind Vögel. Sie besitzt 101 Vogelkäfige, in denen die seltensten und schönsten Vögel leben. Doch Valentinas Vogelwahn geht so weit, dass sie sich Vögel wünscht, die es gar nicht gibt - z.B. einen Vogel mit gläsernen Flügeln. Die Diener bereisen die ganze Welt, um der Prinzessin diese Tiere zu beschaffen, und wenn sie mit leeren Händen zurückkommen, lässt die grausame Valentina ihnen die Köpfe abhacken. Als der Kaiser Valentina zum 10. Geburtstag einen goldenen Käfig schenkt, wünscht sie sich einen sprechenden Vogel, aber keinen Papagei, der nur Worte nachplappern würde, sondern einen, mit dem sie sich unterhalten kann. So verspricht sie vor der gesamten Dienerschaft, wer ihr diesen Vogel bringe, behalte sein Leben und sie würde nie wieder einen Mann töten lassen. Eines Tages kommt ein Junge, der behauptet, er könne ihr diesen Wunsch erfüllen, unter einer Bedingung: sie müsse Geduld haben. Nach elf Monaten bringt der Junge ein winzig kleines Ei, die Prinzessin legt das Ei in den goldenen Käfig und wartet geduldig ... - Die gierige, skrupellose Prinzessin scheitert an der Klugheit eines Jungen. Dieses grausame Märchen ist absolut genial illustriert. Der Belgier Carll Cneut hat phantastische Urwaldszenen mit mannigfaltigen, zauberhaften Vögeln virtuos gezeichnet und gemalt und in herrlichen Farbkombinationen koloriert. Ein Bilderbuch, das wohl eher erwachsene Bilderbuchliebhaber ansprechen dürfte.

Für Valentina, die verwöhnte Prinzessin, ist es selbstverständlich, jeden Vogel zu bekommen, den sie nur haben möchte - bis zu dem Tag, an dem sie einen sprechenden Vogel begehrt. Viele Köpfe müssen rollen, bis einer kommt, der weiser ist als alle zuvor und ihr ein Versprechen abverlangt.

Castagnolis dramatisch-poetisches Märchen fasziniert von Angebinn im Dialog mit den intensiven Bildwelten von Carll Cneut. Eine Legende von Macht und Obzession, von Veränderung und Gelduld, die jedem lange im Gedächtnis bleiben wird.

Anna Castagnoli wurde 1971 in Versailles geboren und verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit in Frankreich, den USA und Italien. Sie studierte Philosophie und begann alte Bilderbücher zu sammeln, wodurch sie selbst zum Illustrieren und Schreiben inspiriert wurde. Ihre Geschichten sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden. Heute lebt und arbeitet sie in Barcelona und lehrt dort Illustration.
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