Geteiltes Vergnügen

Roman

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medienprofile-Rezension

Jessica erlebt in ihrer neuen Beziehung ein Wechselbad der Gefühle zwischen Liebe und Abhängigkeit.
Jessica sucht ... Ja, was eigentlich? Die Liebe, das Glück, den Mann fürs Leben? So genau weiß sie das wohl selbst nicht. Doch als sie den ebenso gut aussehenden wie interessanten und unkonventionellen Tom trifft, ist sie fest entschlossen, diese Beziehung anders anzugehen als ihre vorherigen, die immer wieder gescheitert sind. Doch Tom macht es ihr denkbar schwer. Spielt er ein Spiel mit Jessica, in dem es um Macht geht oder warum stößt er sie immer dann von sich, wenn sie versucht, ihm näherzukommen? Schafft sie es aber - entgegen ihren eigenen Wünschen -, sich ihm zu entziehen, scheint Tom ihr die Aufmerksamkeit und Zuwendung zu geben, nach der sie sich sehnt. - Dass die Geschichte kein Happy End im klassischen Sinn nehmen wird, ist von den ersten Sätzen des Romans an klar. Johanna Adorján geht es nicht darum, den Leser mit der Frage "Werden sie sich am Ende kriegen?" zu fesseln. Vielmehr will sie aufzeigen, welche Entwicklungen ihre Protagonistin nimmt, welche Seelenlagen und zuweilen -qualen sie durchlebt. Nüchtern wie unter einem Mikroskop seziert sie auf sprachlicher Ebene das Geschehen. Und sie tut es so, dass der Leser beinahe atemlos jeden Schritt der beiden ungleichen Charaktere verfolgt. Adorján schont ihre Figuren nicht, die Scheinwerfer leuchten grell und unerbittlich jeden Winkel aus, und was man da zu sehen bekommt, ist unschön, demütigend und bisweilen schmerzhaft. Lohnend ist es allemal, weil hier der Finger in Wunden gelegt wird, über die man - auch im wirklichen Leben - allzu gerne den Mantel des Schweigens ausbreitet. Wer eine nette Liebesgeschichte erwartet, der sei gewarnt. Wer eine lehrreiche Lebensgeschichte lesen möchte, der greife zu.

Jessica trifft Tom, der schön ist und ein bisschen geheimnisvoll. Sie kommen zusammen, doch gerade, als sie die Nähe zulässt, stößt er sie wieder ein Stück von sich. Und während sie immer mehr um ihn kreist, scheint er seine Zuwendung freigebig zu verstreuen. Spielt er ein Spiel? Ist seine Unverbindlichkeit eine Art, Macht über sie zu erlangen? Oder bietet er ihr eine Liebe, die freier ist und ehrlicher? Frau trifft Mann und verliebt sich in ihn: Es ist die älteste Geschichte der Welt, doch Johanna Adorján erzählt sie ganz direkt und nüchtern, wie zum ersten Mal. Es ist eine Geschichte darüber, wie sich Liebe und Freiheit zueinander verhalten. Und wann sich Liebe in etwas Dunkles verwandelt.

Adorján, Johanna
Johanna Adorján, 1971 in Stockholm geboren, ist Journalistin und Schriftstellerin. Ihr Bestseller Eine exklusive Liebe wurde in 16 Sprachen übersetzt. 2013 erschien ihr Erzählungsband Meine 500 besten Freunde. Sie schreibt für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

"Es ist die Spezialität von Johanna Adorján, genau und unsentimental auf Menschen und Situationen zu blicken. ... Ich bin wirklich begeistert von der Art, wie sie schreibt: sachlich, ohne Larmoyanz. ... Das Ganze ist von einer Melancholie oder tiefen Traurigkeit unterlegt.", Ursula May, HR2 Kultur, 11.08.16

"Leichtfüßiges und tieftrauriges Protokoll einer einseitigen Liebe. Kein Frauenbuch, finden auch Männer im Bekanntenkreis gut." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10.07.16

"Unaufgeregt und elegant seziert Johanna Adorján einen Beziehungsversuch, der zwischenzeitlich fast an Selbstaufgabe grenzt." Mareike Ilsemann, WDR5, 20.06.16

"Der neue Roman von Johanna Adorján erzählt von Sehnsucht, Einsamkeit und Selbstaufgabe - in einer Balance zwischen leichtfüßig und tieftraurig. Ein Roman für den beginnenden Sommer." Katrin Schumacher, MDR, 10.05.16

"Wie sie von dieser Liebe erzählt, von diesem zähen Ringen um den Falschen, vom erotischen Glück und vom seelischen Unglück und v
on der Klugheit, die so wenig hilft: Das ist von poetischer Schönheit, und es schwingt atmosphärisch nach wie ein Roman von Françoise Sagan." Elke Schmitter, Der Spiegel, 12.03.16

"Das muss man als Romanautorin erstmal hinbekommen: eine Männerfigur mit Geheimnis und Anziehungskraft ausstatten, um sie im Laufe der Geschichteganz langsam und ohne grelle Töne zu entzaubern." Hilmar Klute, Süddeutsche Zeitung, 07.03.16
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