Der Hals der Giraffe

Bildungsroman. Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Hölderlin-Förderpreis 2012

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medienprofile-Rezension

Gegen den Lauf der Natur: Judith Schalanskys bizarre Biologiestunde.
Lehrer haben es nicht leicht. Es sei denn, sie treten in einem Schulroman wie dem der 1980 in Greifswald geborenen Judith Schalansky auf. Ihre Hauptfigur Inge Lohmark ist eine Biologie- und Sportlehrerin an einem Gymnasium in der vorpommerschen Provinz. Der Bildungstrieb der Jugendlichen besteht für sie nur aus "Zeugung, Ernährung und Reproduktion", das Lernen ist der Kampf um Lebensraum und Anpassung, der Mensch ist ein "Flickwerk" der Evolution, "ein Provisorium, das mehr schlecht als recht funktionierte, voll von überflüssigen Merkmalen". Opfer dieses neo-darwinistischen Menschenbilds sind die Schüler, unwillig Lernende, die Buche und Birke nicht unterscheiden können und denen die - der Evolution der Giraffen abgekupferte - Botschaft ihrer Lehrerin, dass man sich nach oben strecken muss, um etwas zu werden im Leben, ziemlich auf die Nerven geht. Judith Schalansky tut auch gar nichts, um ihre Hauptfigur sympathisch zu machen. Sie lässt sie ihre eigene Tochter verleugnen, vor den Kollegen als "verknöcherte" Frontallehrerin dastehen, in der Provinz versauern. Das ermöglicht einerseits einen ernüchternden Einblick in ein vermeintlich reformresistentes Schulsystem, das Bildung zur Retorte verkommen lässt, andererseits ergibt sich eine bizarre Biologiestunde (die drei Kapitel heißen "Naturhaushalte", "Vererbungsvorgänge" und "Entwicklungslehre"). Die Kurzsatz-Sprache klingt manchmal arg lexikalisch, der Anspruch des "Bildungsromans" klingt ironisch. Zwischendurch gibt es gelungene Passagen über das Schulmilieu in der Provinz - mit schrumpfenden Schülerzahlen und schließungsbedrohter Schule. Ein gemischtes Lesegefühl also. Das grauleinen eingebundene Buch ist ausgezeichnet gestaltet, mit Zeichnungen der Autorin versehen, die Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign studiert hat. - Für größere Bestände geeignet. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2011 - Longlist)

Anpassung im Leben ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. In einer Stadt im hinteren Vorpommern. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern - die Stadt schrumpft, es fehlt an Kindern. Aber noch vertreibt Inge Lohmark, Lehrerin vom alten Schlag, mit ihrem Starrsinn alles Störende. Als sie schließlich Gefühle für eine Schülerin entwickelt und ihr Weltbild ins Wanken gerät, versucht sie in immer absonderlicheren Einfällen zu retten, was nicht mehr zu retten ist.Judith Schalanskys Bildungsroman wurde 2011 zum großen Presseund Publikumserfolg. Kritikerinnen und Kritiker bejubelten den »besten Roman des Jahres« und die Leserinnen und Leser machten ihn zum Bestseller. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten der Welt: die Schule.

Schalansky, JudithJudith Schalansky, 1980 in Greifswald geboren, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Ihr Werk, darunter der international erfolgreiche Bestseller Atlas der abgelegenen Inseln sowie der Roman Der Hals der Giraffe, ist in mehr als 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach ausgezeichnet. Sie ist Herausgeberin der Naturkunden und lebt als Gestalterin und freie Schriftstellerin in Berlin.

»Judith Schalansky hat einen originellen, eigensinnigen und hellwachen Roman geschrieben, mit dem sie sich an die Spitze der literarischen Evolution setzt.«
Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung 10.09.2011
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