Auf der richtigen Seite

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015, Kategorie Preis der Jugendlichen

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Der Israel-Palästina-Konflikt als Bühne einer Geschichte um Hilfsbereitschaft und blinden Hass.
Joshua will seinen neuen Ball holen, der auf einer Baustelle gelandet ist. So entdeckt er einen Tunnel, der ihn auf die andere Seite der Mauer bringt, in eine fremde Welt voller Gefahren. Er lebt in einer neu erbauten, sterilen, wohl bewachten Siedlung, der andere Teil der Stadt dagegen ist laut, eng, schäbig, voller Hoffnungslosigkeit und Angst. Ein Mädchen rettet ihn. Aus Dankbarkeit macht er sich erneut mit Lebensmitteln auf den Weg, ohne zu bedenken, dass er die Familie Leilas in große Gefahr bringt. Nun bittet ihn Leilas Vater, sich um seinen Olivenhain zu kümmern, was Joshua mit Eifer und Trotz dem Stiefvater gegenüber betreibt. Noch einmal erhält er eine Nachricht von Leila, die ihn um Aspirin bittet. Die Aktion endet in der Katastrophe. - Mehrere Aspekte der Realität lassen sich in dieser Erzählung erkennen: der Nahost-Konflikt ist der große Hintergrund, die aggressive Siedlungspolitik und die Beschränkung der palästinensischen Bevölkerung auf allen Ebenen. Die daraus erwachsenden Gefühle wie Angst und Wut, Verzweiflung und Aggressivität bestimmen den Alltag. Und hier entwickelt sich zwischen Heranwachsenden das Bedürfnis zu helfen, dem anderen das Leben zu erleichtern, das umso stärker wird, je größer die äußeren Widerstände werden. - Der Titel "Auf der richtigen Seite" ist auf mehr als nur eine Art zu verstehen. Ist die israelische Seite die richtige, wie es Joshuas Stiefvater behauptet, und zwar nicht nur als Ort, sondern auch als Standpunkt verstanden? Oder fühlt Joshua sich auf der richtigen Seite, wenn er bei Leila und ihrer Familie ist? Oder sieht auch er es, unabhängig vom geografischen Ort, als inneren Standpunkt, wenn er z.B. den Olivenhain pflegt? - Hier wird reichlich Diskussionsstoff auf humanitärer wie politischer Ebene geboten. Das schwierige Thema sowie die komplexe Verarbeitung verlangen reife, informierte Leserinnen und Leser.
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Regina Heinritz
Leitung Buchhandlung Michaelsbund
Sankt Michaelsbund
Ein beeindruckendes Jugendbuch über das Leben in einer von Glauben und Mauer geteilten Stadt. Eine ergreifende und spannende Geschichte über Zivilcourage, die unglaublich aktuell ist. Unbedingt lesen!
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Angelika  Rockenbach
Buchberatung
Sankt Michaelsbund
Fünf Jahre ist es her, seit der 13jährige Joshua seinen Vater durch einen Heckenschützen verloren hat. Inzwischen  hat seine Mutter wieder geheiratet. Die kleine Familie ist umgezogen und wohnt nun in Amarias, einem fiktiven Ort im Westjordanland. Der verhasste Stiefvater will hier seine Vorstellung von einem kompromisslosen Leben als Siedler realisieren. Joshua findet keinen Zugang zu dem radikal-orthodoxen Mann, der keinerlei Zweifel an der Rechtmäßigkeit der jüdischen Siedlungspolitik zulässt und der von seinem Stiefsohn unbedingte Gefolgschaft fordert. Auch Joshua soll die Palästinenser, die jenseits der streng gesicherten Mauer lebt, als Feinde ansehen, die nur darauf lauern, alle Siedler zu töten. Aus purem Zufall stößt der Junge eines Tages auf einen geheimen Tunnel. Neugierig folgt er diesem unterirdischen Gang und gelangt unter der Mauer hindurch auf die palästinensische Seite. Hier ist alles anders als in der luxuriösen Sicherheit seiner künstlichen Siedlung. Es ist laut und dreckig, und überall sieht man Spuren von Armut und Zerstörung. Natürlich fällt Joshua auf, und es dauert nicht lange, da ist er auf der Flucht vor einer Bande Jugendlicher, die ihm offensichtlich feindlich gesinnt sind. Ohne die Hilfe des Mädchens Leila wäre sein Ausflug auf die andere Seite sicher schlecht ausgegangen. Als Joshua Leilas große Familie kennenlernt, erlebt er, wie wenig diese Menschen dem verzerrten Palästinenser-Bild seines Stiefvaters entsprechen. So ist er nur allzu gerne bereit, den Olivenhain der Familie zu pflegen, der auf seiner Seite der Mauer liegt. Zum ersten Mal nach dem ungeliebten Umzug hat Joshua das Gefühl, das Richtige zu tun. Sein Tun bleibt dem Stiefvater nicht verborgen, und so kommt es eines Tages zu einer folgenschweren Auseinandersetzung. – Vor dem Hintergrund des aktuellen Nahostkonflikts erzählt der Autor, was die israelische Siedlungspolitik für den Alltag auf beiden Seiten der Mauer bedeutet. Die Begegnung mit der Lebenswirklichkeit der Menschen, die Joshua bisher immer als seine Feinde betrachtet hat, öffnet dem Jugendlichen die Augen. Es gibt keine einfachen Wahrheiten, auch wenn dies von politischen Hartlinern auf beiden Seiten eines Konflikts gerne propagiert wird. Der englische Autor erzählt jungen Lesern beispielhaft vom Leben der Menschen, die zwischen die Fronten des Nahostkonflikts geraten. Die jugendliche Perspektive und Sutcliffes spannende und engagierte Erzählweise macht das Buch trotz des schwierigen Themas zu einer lohnenden und diskussionswürdigen Lektüre.

Joshua lebt mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in Amarias, einer künstlich errichteten Siedlung, an deren Rand eine schwerbewachte Mauer verläuft. Joshua hat gelernt, dass hinter der Mauer der Feind lebt, der Tag für Tag darauf lauert, die Siedler zu töten. Und dass die Mauer ihn und sein Volk beschützt.
Doch eines Tages findet Joshua einen Tunnel, der unter der Mauer hindurchführt. Er weiß, dass er so schnell keine Gelegenheit mehr bekommen wird, einen Blick auf die andere Seite zu werfen. Die Versuchung ist zu groß. Und von dem Moment an, als Joshua seinen Kopf aus dem Tunnel streckt, ist sein Leben nicht mehr so, wie es vorher war.
«Auf der richtigen Seite» ist ein Roman über einen Jungen, dessen Welt durch einen Tunnel aus den Angeln gehoben wird. Er ist aber auch eine politische Fabel über das heutige Leben eines Jugendlichen im Westjordanland, der erkennt, dass jede Geschichte zwei Seiten hat.

Sutcliffe, William
William Sutcliffe, geboren 1972 in London, ist Autor zahlreicher Romane. Sein vielbeachteter Jugendroman «Auf der richtigen Seite» war für den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis nominiert. William Sutcliffe lebt mit seiner Familie in Edinburgh.
Steen, Christiane
Christiane Steen ist Programmleiterin und Übersetzerin. Sie lebt in Hamburg.

Die Gefühle der Figuren, ihre Wut und ihre Verzweiflung darüber, dass sie nichts verändern können, stürzen mit Wucht und Intensität auf den Leser ein. Das wirkt nach. Neue Zürcher Zeitung
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Roman
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