Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'

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medienprofile-Rezension

Über die gnadenlose Ideologie und das Selbstverständnis des IS.
Dem ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten und Publizisten ist ein informatives, aber auch provozierendes Buch zum IS gelungen. Im ersten schmalen Teil versucht er, die Hintergründe des islamistischen Terrors zu analysieren. Und er erklärt sie im Wesentlichen aus einem falschen Koranverständnis, aber auch aus der seit Jahrhunderten andauernden rücksichtslosen Ausbeutungs- und Unterwerfungspolitik des Westens. Der umfangreichste Teil des Buches dokumentiert die zehntägige hochriskante Reise des Autors im Dezember 2014 - zusammen mit dessen Sohn Frederic und einem weiteren Begleiter - quer durch das vom IS besetzte Gebiet Syriens und des Irak. Sie werden über die türkische Grenze eingeschleust, besuchen - stets streng bewacht von schwer bewaffnetet Jihadisten - Rakka und die Millionenstadt Mosul. Nach langen Verhandlungen mit Abu Qatadah, einem deutschstämmigen Vertreter der Medienabteilung des IS, hatte man ihnen Sicherheitsgarantien in Form eines Schutzbriefes des Kalifen Abu Bakr Al Baghdadi gegeben. Offenbar erhoffte man sich, dass Todenhöfer ein in Maßen positives Bild vom IS zeichnet, die Kampfkraft der islamistischen Kämpfer bestaunt und die Staatlichkeit dieses neuen Gebildes sowie das ruhige Leben seiner Bewohner bestätigt. Der ungeschminkte und ausgesprochen detailreiche "Reisebericht", angereichert durch ausführliche Interviews und mehrere Fotos, nimmt allerdings kein Blatt vor den Mund. Und dies tun auch die verschiedenen vom IS ausgewählten Gesprächspartner Todenhöfers nicht, die z.B. ganz selbstverständlich jede Form von Demokratie ablehnen, die Versklavung von Frauen befürworten oder die Ermordung aller Schiiten, Alawiten und Jesiden verteidigen. Wer die gnadenlose Ideologie und das Selbstverständnis des IS verstehen will, wird derzeit wohl keine authentischere Quelle finden, die dennoch von begrenzter Aussagekraft ist, weil der Autor sich ja letztlich nicht frei bewegen konnte. Dennoch ein lesenswertes und fesselndes Sachbuch, dessen Erlös an syrische und irakische Flüchtlinge geht.

Jürgen Todenhöfers Report über den IS-Terror

Im Sommer 2014 führte Jürgen Todenhöfer mehrere Monate lang Gespräche mit deutschen Islamisten (via Skype), die sich dem IS-Staat angeschlossen haben. Die Erkenntnisse, die er in diesen Gesprächen gewann, sind mehr als erschreckend und enthüllen die mörderischen Absichten des sogenannten Kalifats, das einen weltweiten Gottesstaat errichten will und dabei auch vor Massenmorden nicht zurückschreckt, selbst unter Muslimen. Nach der Erweiterung Ihres Staates im Nahen Osten, bei der sie die Nachbarstaaten unterwerfen wollen, haben sie Europa und den Westen im Visier.

Im November 2014 fuhr er als bislang weltweit einziger westlicher Journalist in das Zentrum des IS-Staats, nach Mossul, hielt sich dort 10 Tage lang auf und führte weitere Interviews. In seinem Buch beschreibt er eindringlich seine Erlebnisse vor Ort.

Todenhöfer, Jürgen
Jürgen Todenhöfer, geboren 1940, saß 18 Jahre im deutschen Bundestag. Er war Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Entwicklungshilfe und Rüstungskontrolle. Anschließend arbeitete er 22 Jahre an der Spitze eines großen europäischen Medienunternehmens. Immer wieder hat er die Kriegsschauplätze des Mittleren Ostens bereist, vor allem Afghanistan, Irak, Syrien und Palästina. Davon hat er in bewegenden Büchern wie »Wer weint schon um Abdul und Tanaya?«, »Andy und Marwa« und »Warum tötest du, Zaid?« berichtet. Zuletzt erschienen seine Bestseller »Teile dein Glück« (2010) und »Du sollst nicht töten« (2013). Mit seinen Buchhonoraren finanzierte er u. a. ein Waisenhaus in Afghanistan, ein HIV-Kinderkrankenhaus im Kongo und ein israelisch-palästinensisches Versöhnungsprojekt. Das Honorar für sein letztes Buch spendete er schwer verletzten syrischen Kindern. Das Honorar dieses Buches geht an syrische und irakische Flüchtlinge sowie an Kinder in Gaza.

"Man muss mit ihm nicht immer einer Meinung sein, aber der Mut und die Entschlossenheit, mit denen Jürgen Todenhöfer aus den Krisengebieten dieser Welt berichtet, nötigen uns Respekt ab. Jetzt schildert Todenhöfer seine wohl riskanteste Reise, die ihn in die Hochburg des Islamischen Staates, nach Mossul, führte." Stern
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