Das Reich Gottes

Ausgezeichnet mit dem Prix Litteraire du Journal Le Monde 2014 und dem Prix du meilleur livre de l'année 2014

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Rolf Pitsch
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Bonifatius GmbH, Paderborn
Emmanuel Carrère bezeichnet sein jüngstes Werk nicht mit einer Genrebezeichnung. Der Titel klingt eher nach einem religiösen Sachbuch, der Inhalt wird dem auch durchaus gerecht: Über mehr als 500 Seiten geht es um die Autoren und ihre Texte des neuen Testamentes. Aber wesentlich geht es auch um den Glauben, den Unglauben, das Zweifeln und das ungläubige ernst nehmen wollen des Autors. Und diese Mischung bietet er uns in einem biografischen Essay mit großem erzählerischen Vermögen. Ein verrückendes, bereicherndes Buch!

Welches Verhältnis unterhält das Abendland zu seiner eigenen Religion? Emmanuel Carrère stellt sich die Gretchenfrage. Er vertieft sich in die Anfänge des Christentums fragt nach der Kraft, mit der es gelingt, an Dinge zu glauben, gegen die der Verstand rebelliert, und eine revolutionäre Ethik zu vertreten, die den Schwachen zum Starken erklärt. Mal ironisch, mal mit dringlichem Ernst zeichnet Carrère das Fresko einer antiken Welt, die in vielen Zügen unserer heutigen ähnelt.
Zwei Lebenskrisen stellen Emmanuel Carrère vor die Frage, wie Menschen an Dinge glauben können, die dem Verstand entgegenstehen. Er begibt sich auf die Fährte des Revolutionärs Paulus und des Intellektuellen Lukas, zwei prägenden Gestalten des Christentums. Carrère zeichnet das Bild einer Welt, die vom Pragmatismus des Römischen Reiches beherrscht ist und doch durchdrungen vom Wunsch nach tieferem Sinn und Gemeinschaft. Immer wieder zieht er Parallelen zum 21. Jahrhundert, gleicht damalige (Un-)Glaubenspraxis
mit heutiger ab und füllt sein historisches Gerüst mit einem Nachdenken darüber, worin uns das Christentum mit seiner ungeheuren Umwertung der Werte (die Letzten werden die Ersten sein, Geben ist seliger denn Nehmen.) noch heute berühren kann, ob wir gläubig sind, oder nicht.
Emmanuel Carrère verfolgt einen literarischen Weg, der sich über gängige Genredefinitionen hinwegsetzt. Mit seinen so dokumentarischen wie fiktionalen Texten gewinnt er eine zutiefst menschliche Perspektive auf seine Protagonisten und ihre Welt, verwebt seine eigene Lebensgeschichte mit der historischen Darstellung und konfrontiert den Leser mit den unendlichen Facetten des Glaubens und Nichtglaubens. Ob ablehnend oder bejahend: An den Fragen nach den christlichen Werten, die dieser Roman auf wirft, kommt heute niemand vorbei.

Emmanuel Carrère, geboren 1957, lebt als Schriftsteller, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor in Paris. 2010 war Carrère, dessen Dokumentarfilm "Rétour à Kotelnitch" 2003 auf dem Filmfest Venedig gefeiert wurde, Jurymitglied bei den Filmfestspielen in Cannes. Für seine Bücher wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Claudia Hamm, geboren 1969, ist Theaterregisseurin, Autorin und Übersetzerin. Sie lebt in Berlin.

"Wer gar nichts weiß vom Christentum, der hat mit "Das Reich Gottes" eine ideale Einführung in den Kern einer Weltreligion. Den Gläubigen sät es jede Menge Zweifel, Nichtgläubige mögen sich nach der Lektüre etwas weniger gewiss sein. [...] Es ist ein Buch, das den Leser in ein Gespräch verwickelt, in ein kompliziertes, tiefsinniges, tage-, wochen-, vielleicht lebenslanges Gespräch." - Richard Kämmerlings, Die WELT online, März 2016 Richard Kämmerlings Die WELT online 20160308
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