Bachs Welt

Die Familiengeschichte eines Genies

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medienprofile-Rezension

Lebendig erzählte Geschichte der Vorfahren Johann Sebastian Bachs und ihrer Zeit.
Johann Sebastian Bach ist heute einer der bekanntesten Komponisten der Welt und kaum ein Musikinteressierter kennt nicht zumindest eines seiner Werke. Vergessen wird dabei oft, dass auch schon seine Vorfahren in ihrer Zeit in Thüringen sehr bekannte Musiker und z.T. Komponisten waren. Bald wurde der Name Bach zum Synonym für Musiker höchster Qualität. Der Autor, selbst Musiker und Musikredakteur, begibt sich in diesem Buch auf die Spuren der ersten Bachs, die ab ca. 1600 zunächst als Stadtpfeifer, Spielmänner und Stadtmusikanten u.a. in Gotha, Arnstadt, später auch in Eisenach und Erfurt tätig waren. Anhand zeitgenössischer Berichte, wie z.B. des Simplicissimus von Grimmelshausen, aber auch erhaltener Schriftstücken der Familie schildert er neben der Familiengeschichte lebendig das politische und kulturelle Leben in dieser Zeit, die stark beeinflusst war durch Ereignisse wie den Dreißigjährigen Krieg oder die Pest. Darüber hinaus begibt sich der Autor auf die Suche nach Hinweisen in der heutigen Zeit, er findet z.B. nach 335 Jahren den Eintrag der Trauung eines Onkels von J.S. Bach und schildert das Schicksal des Altbachischen Archivs durch die Wirren der Zeit. - Dieses Buch, bei dem oft die Grenzen zwischen Fakten und Fiktionen nicht klar zu erkennen sind, es aber auch nicht sein sollen, ist für alle Büchereien sehr zu empfehlen.

Johann Sebastian Bach kennt jeder. Aber dass er der Spross einer 150 Jahre alten Dynastie von Musikern war, ist kaum im Bewusstsein.
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines erstaunlichen Clans in einem Europa des Umbruchs, das geprägt war von Kriegen und Seuchen. Im 17. Jahrhundert wurde Musik ein Mittel gegen Elend und Tod, und die Bachs vor Bach beherrschten diese Kunst mit zunehmendem Genie. Volker Hagedorn verfolgt ihren Weg über Hochzeiten und Todesfälle, Notenblätter und Orgelbänke, bis schließlich der große Ausnahmekomponist in Erscheinung tritt.
Zugleich schlägt das Buch den Bogen in die Gegenwart. Wie sieht es heute dort aus, wo die Bachs lebten und Johann Sebastian zum Wunderkind wurde? Hagedorn beschreibt die Arbeit der Forscher, für die unscheinbare Aktennotizen zu Leuchtspuren durchs Barock werden. Und er schildert einen der faszinierendsten Forschungskrimis der Musikgeschichte, der im zerbombten Berlin beginnt und an dessen Ende in der Ukraine das legendäre "Altbach
ische Archiv" auftaucht - eine Notensammlung der Bachs vor Bach, das Fundament von Johann Sebastians Genie.
Hagedorns Buch entwirft ein farbenfrohes und facettenreiches Zeit- und Sittengemälde, das die Wurzeln des Musikers Bach erstaunlich lebendig werden lässt.

Hagedorn, Volker
Volker Hagedorn, geboren 1961, studierte in Hannover an der Hochschule für Musik und Theater Bratsche. Danach arbeitete er als Redakteur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und der Leipziger Volkszeitung. Seit 1996 ist er freier Journalist und Musiker. Seine Beiträge erscheinen u.a. in der Zeit. Er veröffentlichte mehrere Kolumnensammlungen, leitete die Redaktion der 20-bändigen Zeit-Klassik Edition und wirkte bei zahlreichen Platteneinspielungen mit, darunter das «Altbachische Archiv» (2003). 2015 wurde er mit dem Ben-Witter-Preis ausgezeichnet, 2017 erhielt er den Gleim-Literaturpreis.

Hagedorns musikhistorische Studien und Essays haben Maßstäbe gesetzt. Seine Texte stehen aufs Freieste in der Tradition klassischer deutscher Feuilletonkunst. Jury des Ben-Witter-Preises
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