Adolph Menzel

Auf der Suche nach der Wirklichkeit

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medienprofile-Rezension

Repräsentative Monografie über den preußischen Maler Adolph Menzel (1815-1905).
Über Leben und künstlerisches Wirken Menzels sind wir durch dessen veröffentlichte Briefe und Skizzenbücher, durch mehrere große Ausstellungen innerhalb der letzten 20 Jahre samt den zugehörigen Katalogen und durch etliche Publikationen zu Einzelaspekten gut unterrichtet. Die Wirklichkeitsaneignung in seinen Bildern brachte dem Künstler in der Kunstgeschichte die Einordnung unter "Realismus" ein. Das ist sicherlich hilfreich, wird aber dem Individuellen seiner Kunst nicht gerecht. Denn diese, so die Quintessenz des Autors, "dient der Bewältigung seiner Probleme mit der Wirklichkeit seiner Gegenwart". Menzels Laufbahn begann als Gebrauchsgrafiker in der väterlichen Lithografieanstalt in Breslau, die er schicksalsbedingt bald allein führen musste. Seine Erfolge brachten ihm 1839 den Großauftrag ein, Franz Kuglers "Geschichte Friedrichs des Großen" zu illustrieren. Menzel fühlte sich diesem typenverwandt und fand so zu einer neuartigen Historienmalerei in seinen acht "Friedrich-Bildern" (1850/60), mit denen er heute hauptsächlich identifiziert wird. Eine Abkehr von dieser Malereigattung wurde durch Menzels Erfahrungen auf dem Schlachtfeld bei Königgrätz und während seiner beiden Aufenthalte in Paris bewirkt. Er schilderte von nun an in seinen Bildern die Gesellschaft der Großstadt, was in seinen Massenszenen wie beim berühmten "Eisenwalzwerk" (1872/75) gipfelte. Großen Beständen sehr zu empfehlen.

Adolph Menzel gilt als Inbegriff eines realistischen Künstlers. Schon sein Frühwerk erfasst die Wirklichkeit mit schonungsloser Präzision: Schönes und Schreckliches, Hohes und Niedriges. Zugleich ist er ein Meister des Atmosphärischen. Der große Menzel-Kenner Werner Busch erschließt in diesem prächtig illustrierten Band das Gesamtwerk des Künstlers mit seinen epochemachenden Pionierleistungen.

In seiner Kunst zielte Menzel (1815 -1905) ins Herz der Wirklichkeit, als Kleinwüchsiger war er jedoch von vielen Seiten des Lebens ausgeschlossen. Sein Ringen mit der Wirklichkeit war deshalb auch ein Ringen um Selbstbehauptung. Werner Buschs neue Gesamtdeutung legt die biographischen und zeithistorischen Impulse frei, die Menzels Werk, seine Wendungen und Brüche prägten. Menzels Gemälde zum Leben Friedrichs des Großen bestimmen bis heute unser Bild dieses Herrschers. Ihre moderne Perspektive verweigert die Verherrlichung und stieß auf den Widerstand des preußischen Königshauses. Doch nach
dem Menzel den Grauen des Krieges auf dem Schlachtfeld ins Auge geblickt hatte, kehrte er sich von der Historienmalerei ab. In Paris entdeckte er die heldenlose Großstadt und widmete sich für den Rest seines Lebens der Gegenwart. Sein eigenständiger künstlerischer Weg und sein seismographisches Gespür für die Tendenzen der Zeit bestechen bis heute und werden in diesem neuen Standardwerk auf beeindruckende Weise vorgeführt.


Werner Busch war Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin.

"Er ist und bleibt der größte deutsche Maler des 19. Jahrhunderts. Was ihn antrieb, worin seine Einzigartigkeit bestand, das erfährt man hier."
Tilman Krause, Literarische Welt, 5. Dezember 2015

"Ein scharfsichtiger Autor zeigt uns Menzels herrliche Zeichnungen und Malerei."
Alexander Cammann, Die Zeit, 3. Dezember 2015

"Buschs Buch bietet ein ganzes Kabinett fulminanter Einzelbildanalysen, in denen sich seine glasklare und präzise Beschreibungskunst, sein fast detektivisch zu nennender Spürsinn für Details und für die Rekonstruktion der Kontexte sowie seine Deutungslust in idealer Weise verbinden."
Christine Tauber, Süddeutsche Zeitung, 1. Dezember 2015

"Es ist dies wahrscheinlich das wichtigste kunsthistorische Buch dieses Herbstes (...) Menzel musste 200 Jahre alt werden, um so umfassend verstanden zu werden wie jetzt von Werner Busch."
Florian Illies, Die ZEIT, 22. Oktober 2015
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