Und was hat das mit mir zu tun?

Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie

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medienprofile-Rezension

Ein Schweizer Journalist mit ungarischen Wurzeln setzt sich mit der Geschichte seiner Familie während der Nazidiktatur auseinander.
Durch einen Zeitungsartikel über ein Massaker an 180 Juden im März 1945, an dem eine Großtante von ihm beteiligt gewesen sein soll, wird der Autor, der aus einer alten ungarischen Adelsfamilie stammt und in der Schweiz lebt, mit der Geschichte seiner Familie im Dritten Reich konfrontiert. Er beginnt nachzuforschen, nicht nur, was es mit diesen Hinrichtungen und der Rolle seiner Tante dabei auf sich hatte, sondern er versucht, sich ein Bild von der damaligen Zeit und dem Leben seiner Vorfahren zu machen. Eine große Bedeutung bekommt dabei das Tagebuch seiner Großmutter, die darin von einem jüdischen Mädchen und deren Eltern erzählt und sich im Nachhinein schuldig am Tod dieser Eltern fühlt. Diesem Tagebuch stellt er das des jüdischen Mädchens gegenüber, das den Holocaust überlebt hat und das er in Südamerika aufspürt. Mit seinem Vater macht er sich auf die Suche nach Spuren in der alten Heimat, bei Verwandten stößt er immer wieder auf Unverständnis für seine Fragen. Seine eigene Verunsicherung versucht er, durch Gespräche mit einem Psychoanalytiker aufzuarbeiten. Er muss schließlich begreifen, dass es aus der heutigen Perspektive schwer ist, vieles, was damals geschehen ist, zu verstehen. - Ein Buch, das für alle Büchereien zu empfehlen ist.

Welchen Einfluss haben Ereignisse auf uns, die vor siebzig Jahren stattgefunden haben?
Sacha Batthyanys Großtante war in eines der schrecklichsten Nazi-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkriegs verwickelt. Als er ihre Geschichte aufschreibt, stößt er auf ein altes Familiengeheimnis.
Wenige Wochen vor Kriegsende gibt Gräfin Margit Thyssen-Batthyány im österreichischen Rechnitz ein rauschendes Fest. Gegen Mitternacht verlassen die Gäste das Schloss und erschießen 180 Juden, die am Bahnhof auf den Weitertransport warten. Was genau in dieser Nacht geschieht, ist bis heute unklar. "Und was", fragt der Schriftsteller Maxim Biller den Autor, "hat das mit dir zu tun?"
Sacha Batthyany beginnt, nach Antworten zu suchen. Seine Reise führt ihn ins alte Ungarn, ins Österreich der Nachkriegszeit, in die Schweiz der Gegenwart, in die Lager des Gulag nach Sibirien, auf die Couch eines Pfeife rauchenden Psychoanalytikers und bis ins Wohnzimmer einer Auschwitz-Überlebenden in Buenos Aires. Dabei en
tdeckt er ein Geheimnis, das seinen Blick auf seine Familie und sich selbst verändert.
Prägen vorangegangene Generationen die Art, wie wir leben? Sind wir doch alle Kriegsenkel? Dabei dachten wir doch, wir seien so aufgeklärt und modern und selbstbestimmt? Sacha Batthyanys Buch ist eine ungewöhnliche, gegenwärtig erzählte Familiengeschichte, ein Panorama Mitteleuropas, das nur vermeintlich verschwunden ist, und zugleich Psychogramm einer Generation.

Sacha Batthyany, geboren 1973, studierte Soziologie in Zürich und Madrid, war Redakteur bei der Neuen Zürcher Zeitung und arbeitet seit 2010 beim Magazin des Tages-Anzeigers. Er ist Dozent an der Schweizer Journalistenschule und lebt seit 2015 in Washington, D.C., wo er für den Tages-Anzeiger und die Süddeutsche Zeitung als Korrespondent über Politik und Gesellschaft berichtet.

"Ein glänzend geschriebenes Buch über Rechnitz und andere familiäre Abgründe, ein historisches Panorama, in dem sich die Geschichte seiner Familie mit der Geschichte Mitteleuropas verbindet - und nicht zuletzt ein großer Essay über die Gegenwart der Vergangenheit." Martin Doerry Der Spiegel
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