Haltestellen für die Seele

Gedanken für den Weg durchs Leben. Ungekürzte Ausgabe

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 Borromäusverein e.V.
In unserer ganz auf Wirtschaftswachstum ausgerichteten Gesellschaft ist die permanente Beschleunigung aller Lebensbereiche ein ebenso unvermeidbares wie vielbeklagtes Phänomen. Dass ein zu hohes Tempo dem Menschen nicht guttut, ist für Wolfgang Öxler, Erzabt der Missionsbenediktiner in St. Ottilien, eigentlich klar: "Je mehr der Mensch sein Leben beschleunigt, desto mehr verliert er den Zugang zu seiner Seele. Unsere Seele reist langsam." (S. 9) Damit auf unserem Lebensweg die Seele nicht hoffnungslos abgehängt wird, braucht es darum seiner Überzeugung nach immer wieder gewisse "Haltestellen", Rastplätze, an denen die Seele ankern kann. - Erzabt Wolfgang Öxler bietet darum 14 thematische Haltestellen an, die Grunderfahrungen unseres Lebens aufgreifen und im Licht des Glaubens richtig einzuordnen helfen. Es sind Betrachtungen, von großformatigen Farbfotos begleitet, die sich jeweils durch aufeinander bezogene Begriffspaare umschreiben lassen: von "Sehnsucht & Aufbruch" über "Suchen & Verzweifeln", "Hindernisse & Brücken" bis hin zu "Gottesvoll – den Menschen nah". Dabei wird versucht, Bezug zu nehmen auf den Lebensweg des Menschen, der allerdings in der Regel nicht geradlinig, ohne Umwege und Rückschritte voranschreitet, der vielmehr vor allem aus vielen Spannungsverhältnissen besteht, innerhalb deren es das rechte Maß zu finden gilt. Die Betrachtungen des Benediktinerabtes gehen aus von alltäglichen Lebenserfahrungen, von Gedichten oder Geschichten, Liedtexten, Zitaten berühmter Menschen, Weisheitstexten aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen, biblischen Texten oder Psalmen, religiösen Überlegungen, oft auch aus der Ordensregel des hl. Benedikt. Nicht selten enden sie auch mit einem kurzen Gebet, in dem alles zusammengefasst und vor Gott getragen wird. Dabei sind nicht alle vorgebrachten Gedanken völlig neu, wollen es auch gar nicht unbedingt sein, denn oft hilft es ja gerade, an Altbekanntes und selbst schon so Erfahrenes zur rechten Zeit erinnert zu werden oder auch eigene Empfindungen durch ähnliche Erlebnisse Anderer bestätigt und bekräftigt zu sehen. Der Autor gibt auch viele bewährte Ratschläge zur praktischen Umsetzung der vorgestellten Einsichten - aber im Unterschied zu vielen sog. Lebenshilfe-Ratgebern nicht als zu bewältigende Aufgaben oder als Patentrezepte, mit deren Hilfe es nur an uns läge, ob unser Leben gelänge. Vielmehr weist er immer wieder darauf hin, dass wir selbst gerade nicht das Glück unseres Lebens bewerkstelligen können, dieses vielmehr als Geschenk aus Gottes freier Liebe zu uns empfangen dürfen. Sehr schön ist das z.B. formuliert in der Betrachtung zur Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen: "Er lehrt uns, dass unsere offensichtlichen Erfolge allein das Leben nicht ausmachen und unsere augenscheinlichen Misserfolge es nicht zerstören. Der Auferstandene verkündet uns, dass Gott es ist, der uns leben lässt – vom ersten bis zum letzten Tag auf dieser Welt." (S. 61) - Die bewusst kurz gehaltenen Texte überfordern niemand. Sie streben keine vollständige systematische Auseinandersetzung mit den angesprochenen Themen an und belehren auch nicht, vielmehr regen sie zum eigenen Nachdenken an und weisen dazu in eine fruchtbringende Richtung. Die begleitenden großformatigen Farbfotos vermitteln die jeweils passende Stimmung und bringen menschliche Grunderfahrungen bildhaft zum Ausdruck: Weite und Schönheit der Schöpfung, Licht und Dunkel, Nebel oder Wolken und Klarheit, eindrucksvolle Größe wie staunenswerte Komplexität im Detail, Reichtum der Farben, übersehene Kleinigkeiten, verschiedene Urbilder und Symbole (z.B. Wurzel, Brücke, Türe). - Insgesamt ist so ein in jeder Hinsicht wunderschöner Band entstanden, der viele Menschen anzusprechen vermag, weltanschaulich oder religiös Suchende ebenso wie spirituell schon Erfahrene, und der dazu einlädt, das schöne Buch immer wieder in die Hand zu nehmen und daraus Kraft und Ermutigung für den eigenen Lebensweg zu schöpfen. Thomas Steinherr

(medienprofile-Rezension; ausgezeichnet vom Borromäusverein e.V. und dem Sankt Michaelsbund Diözesanverband München und Freising e.V. als Religiöses Buch des Monats Mai 2021)
 


Für Menschen mitten im Leben, die sich nicht mit dem Oberflächlichen begnügen! Wolfgang Öxler holt mit seinen Worten und Gedanken die Menschen dort ab, wo sie stehen: mitten im Leben und im Alltag. Kurze Impulse begleiten den Leser durch den Tag, ausführlichere Gedanken zu Bibelstellen und Gedichten bewegen zum Nachsinnen und laden zum Weiterdenken ein. Die Texte handeln von Sehnsucht und Aufbruch, von Hoffnung und Vertrauen, Dankbarkeit und Glück.
Im Zentrum des Buches stehen Gott und der Mensch und mit ihnen existentielle Fragen wie diese: Wie kann ich aus Hindernissen Brücken bauen? Wie komme ich vom Zweifel zur Zuversicht? Wie gelingt mir das Wachsen und Werden?
Die faszinierenden Farbfotografien von Andrea Göppel schärfen den Blick fürs Wesentliche.

Öxler, Wolfgang
Erzabt Wolfgang Öxler ist 1980 in den Benediktinerorden von St. Ottilien eingetreten, seit 1988 Priester und seit 2013 Erzabt von St. Ottilien. Der Leitspruch des Diplomtheologen und Musikers lautet: "Gottesvoll den Menschen nah."
Göppel, Andrea
Andrea Göppel ist Fotografenmeisterin und seit 2009 freiberuflich für renommierte Verlage tätig. Ihre Philosophie: Augenblicke des Lebens, Stimmungen der Natur, kaum bemerkte Details sichtbar werden zu lassen. Andrea Göppel lebt und arbeitet in Augsburg.
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