Miguel de Cervantes

Ein wildes Leben

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medienprofile-Rezension

Umfassende Biografie und Werkeinführung.
Die Lebensreise des Schöpfers jenes unvergänglichen Don Quichote führt über Schuldgefängnisse, Italiens Metropolen, über Seeschlachten und Gefangenschaft in Algier zu seinem mühsam errungenen literarischen Ruhm. Zum 300. Todestag liegt nun pünktlich eine neue Biografie vor, die den wissenschaftlichen Anspruch an Aktualität und seriöse Diskussion von literarischen und biografischen Themen (etwa zum Picaro-Roman oder Cervantes vermeintlicher Homosexualität) erfüllt. Während nun romanhafte Verarbeitungen des turbulenten Schicksals des Spaniers (z.B. bei Bruno Frank u. Stephen Marlowe) plastisch "ein wildes Leben" zeigen, wirkt Neumahrs Studie doch allzu sehr dem Akademischen verhaftet. Zwar geht sie ein auf Zeitumstände wie den Umgang mit konvertierten Juden und Muslimen, auf die Inquisition, bleibt aber in Auswahl der Fakten und sprachlichem Duktus eher blass und handelt Literarisches wie Biografisches aus sicherer, nüchterner Position ab. Neumahrs Verdienst bleibt, den aktuellen Forschungsstand zur Biografie zu präsentieren und dem Cervantes zugeneigten Leser ein wichtiges und gründlich erarbeitetes Lebensbild an die Hand zu geben, das dann auch neugierig macht auf die Werke des Weltliteraten jenseits seines Don Quichote. Da gibt es, Neumahr weist darauf hin, etwa in den Theaterstücken und auch im Spätwerk des barocken "Bildungsromans" Cervantes' noch viel zu entdecken. Gut geeignet für größere Bestände.

Miguel de Cervantes zählt neben Homer, Dante, Shakespeare und Goethe zu den fünf Großen der europäischen Literatur. Mit seinem Don Quijote hat er den modernen Roman erfunden und eine der herrlichsten Figuren der Weltliteratur geschaffen. Uwe Neumahrs neue Biografie blättert den Kosmos von Cervantes' Werk auf und erzählt das abenteuerliche Leben des Dichters, das selbst einem Roman gleicht.

Mit 22 Jahren musste Cervantes (1547-1616) nach einem Duell aus Spanien fliehen. In der Seeschlacht von Lepanto zeichnete er sich durch Tapferkeit aus, doch seine linke Hand wurde zerschmettert. Er geriet in die Fänge von algerischen Piraten, versuchte viermal zu fliehen und wurde erst nach fünf Jahren Gefangenschaft losgekauft. Zurück in Spanien war er als Nachrichtenagent für König Philipp II. tätig, wurde des Mordes bezichtigt, kam erneut ins Gefängnis und wurde zweimal von der Kirche exkommuniziert. Den Don Quijote begann er im Gefängnis von Sevilla. Neben seinem weltberühmten Roman hat er
mit seinen Novellen dieser Gattung zu ihrem Platz in der hohen Literatur verholfen. Uwe Neumahrs exzellente Biografie erschließt Leben und Werk von Cervantes in ihren historischen und literarischen Kontexten. Zugleich zeigt sie, wie Cervantes' Werke durch ihre überzeitlichen Themen bis heute lebendig sind.


Uwe Neumahr ist promovierter Romanist und Germanist und hat vor allem zur Kulturgeschichte der spanischen und italienischen Renaissance geforscht.

"Meisterhafte Biografie."
Wolfgang Schneider, Literarische WELT, 16. Januar 2016

"Eine lesenswerte, gut lesbare, informierte und ausgreifend informative Lebensbeschreibung."
Alexander Kluy, Buchkultur, Dezember 2015

"Ein ebenso unterhaltsames wie aufschlussreiches Werk."
Michael Fischer, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 25. Oktober 2015

"Uwe Neumahr malt das Bild einer Epoche [...] Eine kluge, maßvolle Biographie."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Oktober 2015

"Neumahr erzählt so anschaulich das Leben von Miguel de Cervantes, dass der Abenteurergeist durch die Epochen weht."
Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Oktober 2015
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