Der Weg des Falken

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medienprofile-Rezension

Das abenteuerliche Schicksal eines Jungen in der Welt der Nomadenstämme des afghanisch-pakistanischen Hochlandes.
Der 1933 in Indien geborene Autor schildert in diesem schmalen, ausgesprochen farbigen und in Asien erfolgreichen Roman einige markante Episoden aus dem Lebensweg eines früh verwaisten Jungen. Geboren kurz vor der Mitte des 20. Jh. in der unwirtlichen Steppe Belutschistans, "in der sich die Grenzen des Irans, Pakistans und Afghanistans berühren", wächst er nach der grausamen Hinrichtung (Steinigung nach Ehebruch) seiner Eltern auf. Von Pflegeltern, deren eigener Sohn Tor Baz (Schwarzer Falke) einem Mord zum Opfer gefallen war, übernimmt er quasi dessen Namen. Aber nicht das abenteuerliche Schicksal dieses Jungen ist das eigentliche Thema dieses sehr locker gefügten Romangeschehens. Die archaische Lebensweise der Bewohner dieser Grenzregion - meist nomadisierende Kamelzüchter oder räuberische Bergstämme - ihre starren Rituale, ihre uns fremd und mitunter menschenverachtend erscheinenden Verhaltens- und Denkweisen, die oft blutigen Auseinandersetzungen der verschiedenen Stämme und Clans werden dem Leser von einem profunden Kenner der Verhältnisse in lakonischer Präzision geschildert. Eindrucksvoll wird vor allem beschrieben, wie verheerend sich das, was wir als zivilisatorischen Fortschritt begreifen, die Etablierung von Staaten nämlich, für die Nomadenstämme auswirkte: Sie, die es gewohnt waren, frei über die grenzenlosen Weiten zu verfügen, verlieren nach dem Zerfall der britischen Kolonialherrschaft und der Verfestigung der pakistanischen und afghanischen Staatsmacht regelrecht ihre Lebensgrundlage. Der moderne, unserer westlichen Zivilisation verbundene Leser, wird in eine ihm fundamental fremd erscheinende Welt geführt, die mit westlichen moralischen und politischen Maßstäben nicht zu erfassen und nicht zu beurteilen ist. Lesenswert. (Übers.: Giovanni u. Ditte Bandini)

Irgendwo in Belutschistan - Erzählungen aus einer entschwundenen Welt
Das Schicksal von Tor Baz steht unter einem schlechten Stern. Seine Eltern haben die Stammesregeln verletzt, waren jahrelang auf der Flucht und werden schließlich doch von ihren Angehörigen aufgespürt und erbarmungslos gerichtet. Den kleinen Jungen lässt man allein in der Wüste zurück. Zwar überlebt Tor Baz, doch sein Leben wird zu einer wahren Odyssee. Er erlebt Stammeszwiste und Mädchenhandel, begegnet Rebellen und Militärs, aber auch ganz normalen Männern und Frauen, die alles dafür geben würden, um ihre traditionelle Lebensweise zu bewahren. Diese jedoch beginnt sich vor ihren eigenen Augen aufzulösen.

Ahmad, Jamil
Jamil Ahmad, 1933 in Jalandhar, Indien geboren, arbeitete als pakistanischer Staatsbeamter vor allem in der Frontier Province und Belutschistan. Später war der Vorsitzender der Tribal Development Corporation. Während der sowjetischen Invasion in Afghanistan 1979 war er als Minister in der pakistanischen Botschaft in Kabul tätig. 'Der Weg des Falken' war nominiert für die Shortlist des Man Asian Literary Prize sowie die des Commonwealth Prize. Jamil Ahmad lebt mit seiner deutschen Frau Helga in Islamabad.

Bandini, Ditte
Ditte Bandini, geboren 1956, studierte Völkerkunde, Religionsgeschichte und Indologie. Sie arbeitet an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie als freie Schriftstellerin und Übersetzerin. Giovanni Bandini, geboren 1951, studierte Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte. Er unterrichtete an der Universität Heidelberg und arbeitet seit 1987 als freier Übersetzer.

Bandini, Giovanni
Giovanni Bandini, geboren
1951, studierte Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte. Er unterrichtete an der Universität Heidelberg und arbeitet seit 1987 als freier Übersetzer.
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