Am Gletscher

  • Nachdruck. Erscheint laut Verlag im 4. Quartal 2018.
20,00 €
inkl. MwSt.
medienprofile-Rezension

Phantasievoller Roman in Berichtsform über den Stand der Seelsorge am isländischen Snaefellsgletscher.
Mit Tonbandgerät und Stenoblock ausgestattet wird ein junger Theologe - genannt "Vebi" - als Vertreter des Bischofs an den berühmten Snaefellsgletscher gesandt, um über die Amtsführung des dortigen Pfarrers Sira Jon einen Bericht zu erstellen. Dieser zieht lieber durchs Land, um Pferde zu beschlagen und Gaskocher zu reparieren, als seinen seelsorgerischen Pflichten nachzugehen. Angekommen am Gletscher stellt Vebi fest, dass die Kirche zugenagelt ist. Er fängt an, ausführliche Interviews mit dem Pfarrer und den eigenwilligen Bewohnern der Gemeinde zu führen. Bei den teils derben und rätselhaften Dialogen wird im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt mit zahlreichen Referenzen zu verschiedenen Wissensbereichen philosophiert. - Der isländische Nobelpreisträger Halldór Laxness zeigt in diesem bereits 1968 erschienenen Roman seine fabulierende und satirische Seite. Der kleine Leineneinband, leider mit etwas kleiner Schrift, ist Teil einer neu gestalteten Reihe mit Laxness Büchern. Die Übersetzung von Bruno Kress stammt aus der ersten deutschen Ausgabe von 1974. Auch wenn "Am Gletscher" als Laxness witzigstes Buch gilt, ist es keine leichte Kost, weit entfernt von seinem eher traditionell geschriebenen sozialkritischen Roman "Salka Valka". "Am Gletscher" ist ein modernistischer, mit schalkhafter Laune geschriebenen Roman mit vielen Facetten. Größeren Büchereien mit ausgebauten Klassikbeständen gerne empfohlen. (Übers.: Bruno Kress)

Im äußersten Westen Islands liegt der Snaefellsgletscher, an seinem Fuße versieht Pfarrer Jon Primus sein Amt. Doch die Seelsorge, die er den Menschen (und Tieren) angedeihen lässt, ist von ganz eigener Art. Was dem Bischof davon zu Ohren kommt, gibt Anlass zur Besorgnis: Der Mann repariere die Kirche nicht, taufe die Kinder nicht, beerdige die Toten nicht. Und was hat es mit der Leiche auf sich, die auf den Gletscher geschafft worden sein soll?

All dies zu erkunden, ist keine leichte Aufgabe für den jungen Theologen, der sich als Vertreter des Bischofs - kurz "Vebi" - mit Tonbandgerät und Stenoblock in die Abgeschiedenheit des Gletschers begibt. Er macht skurrile Bekanntschaften, hört

sagenhafte Erzählungen und wird in krude Dispute verwickelt. Und er trifft auf eine "Wahrheit", die sich nicht protokollieren lässt.

Laxness' zweifellos witzigstes Buch ist nun wieder als Hardcover in neuer Gestaltung erhältlich.

Halldór Laxness, geboren in Reykjavík, lebte von 1902 bis 1998. Er hat ein umfangreiches Werk geschaffen, das tief in der reichen Tradition der isländischen Literatur wurzelt und gleichzeitig der europäischen Avantgarde angehört. Sechzig Bücher - Romane, Erzählungen, Dramen, Gedichte, Essays und Erinnerungen - hat Laxness veröffentlicht, in über vierzig Sprachen wurde er übersetzt. 1955 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
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