Abgehängt im Aufschwung

Demografie, Arbeit und rechter Protest in Ostdeutschland

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Es erscheint paradox: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland erreichte vor der Corona-Krise ein historisches Tief, die Wirtschaft feierte Exportrekorde. Dennoch hat der Boom viele Menschen nicht erreicht. Gerade in strukturschwachen Regionen und Städten ist dieser Widerspruch ausgeprägt. Diese Orte gelten als abgehängt, aufgrund des Bevölkerungsrückgangs zeichnet sich keine Verbesserung der Situation ab. Im Leben vieler Menschen macht sich Unzufriedenheit breit. Angesichts niedriger Entlohnung und mangelnder Mitsprachemöglichkeiten am Arbeitsplatz radikalisieren sich Ungerechtigkeitsempfindungen. Die empirische Studie nimmt diese Dynamiken am Beispiel Ostthüringens, einer strukturschwachen und schrumpfenden Region, in den Blick.

Stefan Schmalz ist akademischer Rat am Institut für Soziologie der Universität Jena. Anne Hasenohr und Sarah Hinz sind Doktorandinnen am Lehrstuhl für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie der Universität Jena. Ingo Singe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Arbeit und Politik der Universität Bremen.

»Auf nur 177 Seiten zeichnet 'Abgehängt im Aufschwung' ein eindrückliches Panorama der Lebensbedingungen und Mentalitäten in Ostthüringen und macht damit zu einem gewissen Grad verständlich, warum trotz positiver Entwicklung der ostdeutschen Wirtschaft größere Teile der Bevölkerung unzufrieden sind, was wiederum den starken Zulauf zur AfD plausibilisiert.« Thomas Lux, Soziopolis, 14.03.2022»'Abgehängt im Aufschwung' ist ein sehr überzeugendes Buch, dass einfache Erklärungsangebote für die vielfältigen Phänomene des Abstiegs vermeidet und stattdessen durch eine umfangreiche Empirie, bei der über zweitausend Menschen an einer Befragung zu Themen wie Arbeit, Gesellschaft und Region und Migration teilgenommen haben und wodurch die subjektiven Einstellungen von Beschäftigen als Basis für die Analyse und Schlussfolgerungen der Studie genommen werden konnten. Es ist das große Verdienst dieser Studie, dass es die Zusammenhänge zwischen räumlicher Entwicklung, Demographie, veränderte Arbei
tsverhältnisse und subjektiven Anspruchs- und Ungerechtigkeitsempfinden aufzeigt. Auf diese Weise gelingt es den Autorinnen überzeugend, das Entstehen des 'gesellschaftlichen Unwohlseins' [...] greifbar zu machen.« Prof. Dr. Frank Eckardt, socialnet.de, 21.03.2022
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