8 mm DDR

Familienfilme als Alltagspraxis, Konsumgut und Erinnerungsmedium

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Verwackelte, unscharfe Bilder zeigen das Putzen des Wartburgs, den Einzug in die Plattenbauwohnung oder die Jugendweihe. Auf Normal-8- und Super-8-Filmen aus den 1950er- bis 1980er-Jahren wurden der DDR-Alltag, Familienfeiern und Urlaube festgehalten. Welche Darstellungen von Familie wurden in der gefilmten Freizeit produziert? Wie prägen die Schmalfilme Erinnerungen an das (Alltags-)Leben in der DDR visuell mit? Sebastian Thalheim hat 15 Schmalfilmbestände mit einem Umfang von mehr als 27 Filmstunden analysiert und die Filmerinnen interviewt. Er hat Werbeanzeigen, Prospekte für Schmalfilmapparaturen, Amateurfilmzeitschriften und Ratgeber gesichtet und die Familienfilme in technische, ökonomische und kulturelle Bedingungen und Diskurse eingebettet. Die Familienfilme werden im Kontext von staatssozialistischer Konsumindustrie und Familienpolitik als populäre Praxis dokumentiert und rekonstruiert.

Thalheim, Sebastian
Jahrgang 1981, studierte von 2006 bis 2013 Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und war freier Mitarbeiter der Medienabteilung des Jüdischen Museums Berlin. Von 2013 bis 2019 lehrte und forschte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Münster und als Gastdozent an den Universitäten Granada, Sevilla, Warschau und Bologna und promovierte zum Familienfilm in der DDR. Seit 2020 ist er Lehrer an einer Berliner Grundschule.
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