Schmetterlingstango

Leben mit einem totgeborenen Kind

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medienprofile-Rezension

Poetisches Tagebuch eines Vaters, der um seine totgeborene Tochter trauert und mit dem toten Kind leben lernen möchte.
Georg Magirius erzählt in Tagebuchform, wie er um seine Tochter Juliane trauert, die tot geboren wurde. Um mit ihrem Tod leben zu lernen, sucht er innerlich Kontakt zu ihr, umschreibt sie, damit sie Kontur gewinnt - weil sie ohnehin nicht aus seinen Gedanken zu vertreiben wäre. Er sucht dazu Plätze auf, an denen er Julianes Nähe spüren kann, weil er mit diesen Orten Erlebnisse aus der Schwangerschaft verbindet. Auch steht er in brieflichem Kontakt zu ihr und erfährt auf diese Weise, dass sie Heidelbeeren mag. Phantasien eines vom Schmerz über sein totgeborenes Kind (beinahe) um den Verstand gebrachten Mannes? Nein! Magirius hat nur verstanden, dass sich die Erinnerungen an Schwangerschaft und Geburt und der Schmerz, der damit verbunden ist, nicht abtrainieren lassen. Deshalb spinnt er sie fort, "bis sie die Kraft entwickeln, die Grenzen der Realität zu überschreiten" und trösten können. Trost und Trauer liegen eben nahe beieinander, sind Geschwister, wie vermutlich jeder erfährt, der um einen Verstorbenen trauert. - Ein Mann hat den Mut, Gefühle und Erschütterung zu zeigen und über seine Trauer zu schreiben; schon das macht dieses Buch so wertvoll. Er nähert sich seiner Tochter dabei wortgewaltig, verspielt, manchmal auch mit Humor. Mutig ist auch sein Eingeständnis, Gott nicht zu verstehen, ihm brutales Handeln zu bescheinigen und sich zugleich von ihm getröstet zu fühlen. Das alles ist ausgesprochen wohltuend, weil hier jemand seine Trauer nicht mit sich selbst ausmacht, sondern offen zeigt. Das kann (und soll) andere - Männer und Frauen - ermutigen, ebenso offen zu trauern. Auch für Menschen, die Trauernden nahe stehen, ist dieses Buch hilfreich, denn seine Lektüre macht Mut, auf Trauernde zuzugehen, Mitgefühl zu zeigen und wenn die Worte fehlen, eine Berührung sprechen zu lassen. Sehr, sehr lesenswert! (Borromäus-Sachbuch des Monats November)

Das ruhige, friedliche Gesicht, kein Schreien, kein Strampeln Georg Magirius Tochter kam nach neun Monaten tot zur Welt. In seinen Erinnerungen an die Schwangerschaft, die Vorfreude und die Geburt sucht Magirius die Nähe seiner Tochter. Fantasievoll spinnt er seine Erinnerungen fort und findet mutige, kreative und überraschende Einsichten und Wege, mit seinem Verlust umzugehen. Vielleicht übertreiben wir es mit unserer Trauer? diese Frage stellen sich wohl alle Sternenkind-Eltern. Die Unsicherheit von Freunden und Angehörigen, ihr Mitgefühl auszudrücken, führen oft zu Schweigen über totgeborene Kinder. Das Buch widersetzt sich der Ansicht, die Toten loslassen zu müssen. Poetisch, liebevoll und tröstlich ermutigt der Autor dazu, Zweifel und Verzweiflung zuzulassen und mit der Erinnerung an das Kind und der Fantasie zu leben und zu tanzen. Schmetterlingstango ist trotz allem die Geschichte einer großen Hoffnung, inspiriert vom Glauben an ein Wiedersehen.

GEORG MAGIRIUS Geb. 1968, evangelischer Theologe, seit 2000 freier Schriftsteller und Hörfunkjournalist für verschiedene ARD-Sender, Autor mehrerer Bücher, gestaltet Konzert-Lesungen. Georg Magirius gilt als der poetischste unter den spirituellen Autoren.
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