Liebe Leserin, lieber Leser,
es klingt vielleicht wie eine Häresie, wie ein vernichtendes Urteil über jede Form von engem Starren auf die eine Wahrheit: „Letztlich ist nicht mehr entscheidend, welcher Gruppe (Religion, Konfession, Kirche ...) einer angehört, sondern nur, ob einer sich der absoluten Barmherzigkeit öffnet und danach zu leben versucht – bis hin zur Feindesliebe.“ (S. 13) Aber aus dem Munde (oder der Feder) von Elmar Gruber, des 1932 geborenen Theologen und Pädagogen, hat diese auf das Wesentliche zielende Aussage Bestand. Alt und krank hat er in diesem Buch „Gott ist immer da“ - wie er selbst schreibt - sein „Vermächtnis für alle“ aufgezeichnet. Und der zitierte Satz steckt bereits im Vorwort. Für mich ist mit ihm der erste Höhepunkt des Buches erreicht. Alle folgenden Texte sind sehr stimmige Strophen zur immer gleichen Grundmelodie. Diese Melodie „Gott ist immer da“ bezeugt der Autor gerade auch in Alter und Krankheit. Er wird selbst erlebt haben, dass spätestens durch die letzten Worte „bis hin zur Feindesliebe“ auch jeder Kritiker verstummt. Denn ohne diese Hürde hat auch der vordere Satzteil keinen Bestand. Zum Nachdenken über diese durch Leben und Lernen gewonnene Gewissheit des Autors lade ich jeden Leser ein.
Mit freundlichen Grüßen
Rolf Pitsch M.A.
PS: Die Rubriken des aktuellen Buchspiegels finden Sie direkt über diesem Text!
Rolf Pitsch M.A.
Buchspiegel
Der Buchspiegel erscheint 3-mal im Jahr (Anfang März, Anfang Juni und Anfang Oktober). In ihm finden Sie Medien zu den Themenbereichen Aktuelle Literatur, Hörbücher, Kinder- und Jugendbücher, religiöse Titel und andere Sachbücher (Freizeit, Reise, Garten, Kochen).