Einkaufstag im Borromäushaus
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Die Christen sind auf das Wort angewiesen, um Andere mit der Frohen Botschaft zu berühren. Doch die Worte scheinen nicht mehr zu wirken, die Kirche wird von Außenstehenden nicht mehr als glaubwürdige und lebendige Zeugin der Frohen Botschaft wahrgenommen, sondern als eine überlebte Organisation, die vor allem mit sich selbst beschäftigt ist. Und selbst innerkirchlich gibt es Verständigungsprobleme. Albert Rouet, bis 2011 Erzbischof von Poitiers, setzt sich in diesem Buch mit den Ursachen dieser Schwierigkeiten auseinander. In Form eines Gespräches mit dem französischen Theologen Dennis Gira erläutert er seine theologischen Überzeugungen, die von dem Grundgedanken ausgehen, dass Glaube Beziehung ist, zwischen dem einzelnen Christen und Gott, zwischen den Christen untereinander und zwischen den Christen und anderen Menschen, denen sie die Frohe Botschaft verkünden. Dabei wird deutlich, dass Rouet der Ansicht ist, die Kirche habe die Beziehung zu anderen Menschen aus den Augen verloren und ihre Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit ihnen sei geschwunden. Andere Menschen erreichen Christen nach seiner Überzeugung jedoch nur, wenn sie bei deren “Sehnsucht nach Glück ansetzen, bei diesem Sehnen nach Begegnung und Anerkennung”. In dem Gespräch geht es außerdem um die Bedeutung von Wahrheit, um die Kirche, die Erzbischof Rouet als “Raum bejahender Beziehungen” beschreibt, um das Leben aus der Taufe und um die christliche Ethik. Am Schluss des Buches sorgt Thomas Philipp, der das Buch ins Deutsche übersetzt und gegenüber der Vorlage auch gekürzt und gerafft hat, für eine systematische Würdigung der Theologie Rouets. Selbst wer mit dessen theologischen Positionen nicht einverstanden ist, wird zu einer produktiven Auseinandersetzung angeregt. In Frankreich hat das Buch großen Anklang gefunden, auch in Deutschland sind ihm viele Leser zu wünschen.
Christoph Holzapfel0 Artikel Ansehen
Martina Ackermann
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