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Caragh M. O’Brien

Die Stadt der verschwundenen Kinder

RomanHEYNE, 2011
Hardcover, Gebunden
ab 14 J.

MedienNr.: 340503

ISBN-10: 345352800X
ISBN-13: 9783453528000

€ 16.99

Borro-Rezension[mehr]

Eine junge Frau gerät in die Mühlen eines feudalistisch regierten Zukunftsstaats.

Der Klimawandel prägt das Leben der Menschen im 24. Jh. Der Ressourcenmangel hat zur Bildung einer Zweiklassengesellschaft beigetragen. Die einen wohnen abgeschottet hinter hohen Mauern und brauchen auf keinen modernen Fortschritt zu verzichten, die anderen leben in ärmlichen, archaisch anmutenden Verhältnissen vor den Grenzen der reichen Enklave und sind auf deren Zuwendungen angewiesen. Doch die gibt es nicht umsonst. Die ersten drei Neugeborenen eines jeden Monats beansprucht die Enklave für sich, um den Mangel an eigenen Geburten auszugleichen und Erbkrankheiten zu bekämpfen. Niemand hinterfragt dieses unmenschliche System, viele arme Familien begrüßen sogar die Chance auf eine sorglose Zukunft für ihre Kinder. Auch die 16-jährige Gaia, die bei ihrer Mutter den Beruf einer Hebamme erlernt, hat mit der gängigen Praxis lange Zeit keine Probleme. Bis ihre Eltern verhaftet werden und Gaia auf der Suche nach ihnen in der verbotenen Stadt entdecken muss, dass es viele gute Gründe gibt, Widerstand gegen die Obrigkeit zu leisten. - Auf den ersten Blick schreibt die amerikanische Autorin einen gut lesbaren Roman mit einer interessanten Story und sympathischen Figuren, deren Schicksal der Leser mit Anteilnahme verfolgt. Schaut man ein wenig näher hin, entpuppt sich der umfangreiche Roman aus dem zur Zeit angesagten Genre der Dystopien als eine doch sehr konstruierte Geschichte mit vielen erstaunlich oberflächlich angelegten Handlungssträngen, die oft genug ins Leere laufen, und mit enttäuschend eindimensionalen Protagonisten. Die Autorin, die schon an einer Fortsetzung schreibt, schafft es nicht, ein wirklich stimmiges und nachvollziehbares Bild dieser dystopischen Gesellschaft zu zeichnen. So bleibt aus einem interessanten Ansatz lediglich ein dickleibiger Unterhaltungsschmöker, dessen deutscher Titel genauso wenig zum Inhalt passt wie das weichgezeichnete Cover.

Angelika Rockenbach
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