12.03.2010

Einkaufstag mit Präsentation im Borromäushaus

Die Ansichtsbücherei im Borromäushaus ist für die Auswahl neuer Medien geöffnet.

Zum Thema Leseförderung präsentieren um 15 Uhr Ulrike Fink und Rolf Pitsch die Angebote der borro medien: von Ausmalvorlagen über den neuen Lese-Koffer bis hin zu den Online-Materialien zu den Lesespaß-Aktionen. [mehr]

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Helene Hegemann

Axolotl Roadkill

Roman. Für den Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Belletristik 2010 nominiertULLSTEIN HC, 2010
Hardcover, Kartoniert
2010. 203 S. 21,5 cm

MedienNr.: 329630

ISBN-10: 3550087926
ISBN-13: 9783550087929

€ 14.95

Borro-Rezension[mehr]

Fast handlungsfreie Auslassungen der 16-jährigen Mifti über ihr Kindheitstrauma und ihre Wohlstandsverwahrlosung samt notorischem Schuleschwänzen, Drogen- und Sexexzessen.

Mifti ist 16 Jahre alt und lebt nach einer traumatischen Kindheit bei ihrer alkoholabhängigen Mutter in einer WG in Berlin. Drogen und Sex konsumiert sie so selbstverständlich, wie andere zur Schule gehen - was sie höchst selten tut. Dafür besucht sie lieber Partys und Feten mit Alkohol-, Drogen- und Sexexzessen. Ihre Gedanken dazu muss sie nun einer Leserschaft mitteilen, und zu ihren bevorzugten Wörtern gehören “Scheiße”, “kotzen” und “ficken”. Außerdem hat sie Gedankenfetzen anderer in ihre eigenen eingebaut, was quer durch die Feuilletons zu einer Diskussion um Originalität und Plagiate führt - und dem Roman erhebliche Aufmerksamkeit verschafft. Doch die angebliche Wortgewalt und Klugheit der Autorin besteht eben v.a. darin, entsprechende Zitate aus Büchern und Blogs zu kolportieren. Die Mifti ihres Romans trägt einige autobiografische Züge, und schreiben als Selbsttherapie ist nichts Neues - aber muss man das unbedingt anderen zum Lesen geben? Vor allem: müssen es andere lesen, wenn man im Dreck wühlt? Hegemann gefällt sich in der Rolle des traumatisierten Kindes, das gar nicht anders kann als sich mit Drogen zu betäuben und ungerührt der Traumatisierung anderer zuzusehen. Will sie damit einen Freibrief ausstellen nach dem Motto: ich hatte ja so eine schlimme Kindheit? Dank der momentanen Medienaufmerksamkeit dürfte das entsprechende Nachahmer finden - wollen wir das? Und dann ist da noch das Axolotl, dieser mexikanische Schwanzlurch, der nie das Larvenstadium verlässt. Hegemann nutzt ihn als Metapher dafür, dass er als ewige Larve viel zu jung ist, um so viel Elend zu erleben. Korrekt wäre, dass er trotz seines Elends nicht erwachsen wird. Aber das ist für Helene Hegemann wahrscheinlich nur kleinbürgerlicher Schnickschnack. Hoffentlich gibt es nicht auch da Nachahmer, die sich dieses vom Aussterben bedrohte Tier ins Aquarium holen wollen. - Für Büchereien absolut verzichtbar.

Lotte Schüler
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