Zoey Redbird, ein weiblicher Harry-Potter-Vampir: spannendes und wenig anspruchsvolles Fantasy-Lesefutter für Teenager.
Das amerikanische Autorenteam (Mutter und Tochter) hat mit diesem ersten Roman (Originalausgabe 2007) einer ganzen Fantasy-Serie in den USA offensichtlich einen ziemlich durchschlagenden Erfolg (Übersetzung in 40 Sprachen, geplante Verfilmung), der nun in Deutschland wiederholt werden dürfte. Das “House of Night” ist ein Internat für Jungvampire, in welchem diese ihre vierjährige Ausbildung und Wandlung vom Menschen zum Vollvampir durchlaufen. Die Parallelen zu den Harry-Potter-Romanen sind unübersehbar. In diese Internats-Schule werden junge Menschenkinder durch einen Späher berufen, der ihnen ein Mal auf der Stirn verpasst. So geschieht dies auch Zoey, die allerdings kraft ihrer z.T. indianischen Ahnen von Anfang an zu Höherem berufen ist. - Zum einen handelt es sich um eine sehr “weichgespülte”, also wenig blutrünstige Form eines “Biss-Romans”, zum anderen sind sowohl die 16-jährige Heldin als auch ihre Rivalin zwei ausnehmend hübsche Mädchen, deren Interesse neben der Schule v.a. der Mode, Schminken, Popmusik, gesunder Ernährung und natürlich insbesondere “süßen Jungs” gilt. Die positiven Figuren in der Welt der Menschen und in der Welt der Vampire sind fast ausnahmslos Frauen, und die griechische Göttin der Nacht, “Nyx”, ist offenbar die Herrin im Reich der Vampyre (!). Hauptaufgabe der Tochter Kristin Cast war es laut Vorwort, den Roman in “Jugendsprache” zu transferieren. Und dies ist in manchmal geradezu penetranter Weise geschehen, was natürlich auch an der Übersetzung liegen mag. Struktur und Machart des Romans sind ziemlich simpel gestrickt, die Charaktere reichlich klischeehaft, stellen also an den Leser bzw. die Leserin keine großen Ansprüche. Die zunächst unsichere, von Selbstzweifeln geplagte, aber dennoch sympathische Heldin bietet offenbar jungen Mädchen eine hervorragende Identifikationsfigur; und spannend zu lesen ist der Roman allemal. (Übers.: Christine Blum)
Helmer Passon