Einkaufstag im Borromäushaus
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Es ist ein - heute durchaus vorstellbares - Horrorszenario: Eine Behörde bestimmt Menschen zum “Gnadentod”, die wegen Alters oder Krankheit lästig geworden sind, oder kommerzielle “Sterbehelfer” bieten ihre vermeintlichen Dienste an. Damit eine solche Euthanasie nicht vorschnell mit dem Willen des Sterbenden und seiner Würde gerechtfertigt wird, hat der Psychiater und Psychotherapeut Theo R. Payk dieses Buch geschrieben, das sich schwerpunktmäßig mit der psychischen Situation von Sterbenden (oder auch von Sterben-Wollenden wie etwa Menschen, die einen Suizidversuch hinter sich haben) befasst. Ins Blickfeld rücken aber auch die Täter: Angehörige, Ärzte und Pfleger, die einen Schwerkranken oder Behinderten aus Mitleid und Barmherzigkeit getötet haben wollen. Der Autor stellt solche Motive ebenso infrage wie den vermeintlichen Todeswillen der Opfer. Er sieht dahinter eher die Unfähigkeit zum Mit-Leiden und verdeckte Aggressionen gegen den als schwere Last empfundenen Patienten, welche zunehmend auch die Euthanasie-Debatte in unserer Gesellschaft beeinflussen. Payk setzt dem ein echtes Sterben in Würde entgegen und plädiert für eine massive Unterstützung der Palliativmedizin und der Sterbebegleitung. Zugleich fordert er aber auch eine humane Gesellschaft ein, die den Tod wieder in ihre Bewusstseinsmitte und in ihre Sorge hineinholt und darauf verzichtet, das Leben zu normieren. Sehr zu empfehlen!
Richard Niedermeier0 Artikel Ansehen
Martina Ackermann
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