Einkaufstag im Borromäushaus
Die Ansichtsbücherei im Borromäushaus ist für die Auswahl neuer Medien geöffnet. [mehr]
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weitere TermineIn der Erzählung “Eine Familie von vielen” beklagt der mit 52 Jahren frühpensionierte Vater, “ein Teil des abgekarteten Spiels der Bestechung” gewesen zu sein. Um auftretenden Depressionen entgegenzuwirken, fordert ihn seine dem Bolero verfallene Ehefrau zum allabendlichen gemeinsamen Tanzen auf. Wie ihre im Vergangenen schwelgende Mutter zieht auch Tochter Alma die Flucht in eine aus Reality Shows bestehende Ersatzwelt vor. Allein Abel, der 32-jährige Sohn, versucht sich zu etablieren. Er beleidigt den bereits gedemütigten Vater, schlägt aus dessen Versagen zunächst Gewinn, um schließlich selbst zu den Verlierern zu gehören. - Wie in dieser ist auch in den anderen vom Mexikaner Carlos Fuentes spannend und mit eleganter Eloquenz erzählten Geschichten von enttäuschten Menschen die Rede. Deren familiären Mikrokosmos belasten Probleme, die u.a. in Betrug und Korruption, in sozialer Diskriminierung sowie in starren Konventionen ihren Ursprung haben. Indem jeder Erzählung ein balladesker “Chor” zugeordnet ist, der sich mit dem Thema Gewalt auseinandersetzt, bekräftigt der international anerkannte Schriftsteller seine kritische Sicht auf das Mexiko der Gegenwart. Von diesen Erzählungen werden sich nicht nur Leser angesprochen fühlen, für die lateinamerikanische Literatur einen besonderen Stellenwert besitzt. (Übers.: Lisa Grüneisen)
Kirsten Sturm0 Artikel Ansehen
Martina Ackermann
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