Einkaufstag im Borromäushaus
Die Ansichtsbücherei im Borromäushaus ist für die Auswahl neuer Medien geöffnet. [mehr]
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weitere TermineSo umstritten der Begriff “christliche Literatur” ist, so präsent ist - gerade in der Gegenwartsliteratur - das Christliche in der Literatur. Der Augsburger Theologe Georg Langenhorst, in diesem Bereich bestens ausgewiesen, hat deshalb gut daran getan, allen an Christentum und Literatur Interessierten einen Leitfaden an die Hand zu geben. Sein Sammelwerk bündelt fünfzig kurze Porträts “christlicher Werke”, die in drei historischen Großabschnitten im Kontext der Biographie des jeweiligen Autors vorgestellt werden. Die enge Kopplung von Poesie und Religion in der vorsäkularisierten Epoche (von Morus’ “Utopia” (1516) bis zu Claudius’ Gedichten) wird - die Goethezeit fehlt - im 19. und frühen 20. Jh. in unterschiedlichen Graden gelöst bzw. hinterfragt (bei Andres, bei Dostojewski), bis es in der Literatur der letzten Jahrzehnte (seit 1950), jenseits von Bekenntnis- und Zeugnisliteratur, zu spannungsreichen Rückkopplungsprozessen und Neuinterpretationen kommt. Hier ist Raum für Entdeckungen im Thematischen und Formalen (Roths Christus-Trilogie und Rothmanns “Gebete aus Ruinen”, Petra Morsbachs Roman “Gottesdiener”), und wenngleich man Werkporträts von Hürlimann, Bernhard oder Mosebach vermisst, so liegt hier ein wichtiges Handbuch zur richtigen Zeit vor: allen zu empfehlen, die nach “Leseempfehlungen” christlich geprägter Literatur suchen.
Michael Braun0 Artikel Ansehen
Martina Ackermann
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